# ‘Gen-Z regelt’ – Demonstrationen am 31. Oktober auch in Osnabrück? Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-10-21T05:00:05+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-20T18:31:52+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/gen-z-regelt-demonstrationen-am-31-oktober-auch-in-osnabrueck-768631/ Kategorie: Aktuell --- Nach den teils verheerenden Ausschreitungen bei [eskalierenden Demonstrationen und Ausschreitungen in Frankreich](https://hasepost.de/pluenderungen-in-frankreich-haendler-kaempfen-um-ihre-existenzen-768038/) Belgien, Spanien und Italien soll die Protestwelle nun offenbar auch Deutschland erreichen. Im Internet kursiert eine Liste mit 112 deutschen Städten, in denen am 31. Oktober zu Protesten aufgerufen wird. Auch Osnabrück ist dabei: Um 18 Uhr sollen sich Demonstranten auf dem Domhof versammeln. Allerdings wissen weder Stadtverwaltung noch Polizei bislang etwas von einer geplanten Kundgebung. Und auch die Hintergründe der bundesweiten Mobilisierung werfen Fragen auf. ## Osnabrück auf Platz 48 einer merkwürdigen Liste Die im Internet verbreitete Aufstellung ist schon hinsichtlich ihrer Sortierung ungewöhnlich: Sie beginnt mit B wie Berlin und endet mit A wie Aurich. Dazwischen findet sich auf Position 48 Osnabrück. Für die Hasestadt wird sogar ein konkreter Treffpunkt genannt: Unter dem Motto „Gemeinsam für eine bessere Zukunft“ soll am Samstag, 31. Oktober, um 18 Uhr auf dem Domhof demonstriert werden. Nur scheint davon vor Ort bislang niemand etwas zu wissen. Auf Nachfrage der HASEPOST erklärte Stadtsprecher Simon Vonstein, dass der Stadt Osnabrück keine entsprechende Anmeldung vorliege. „Auch bei der Polizei ist von derartigen Plänen nichts bekannt“, so Vonstein weiter. Der Stadtsprecher verweist allerdings darauf, dass Demonstrationen auch noch kurzfristig angezeigt werden können. Ob sich hinter dem Internetaufruf tatsächlich eine organisierte Versammlung verbirgt, bleibt deshalb vorerst offen. ### „Gen Z regelt“ mobilisiert für Halloween (31.10.) Neben der Liste mit 112 Orten macht seit einigen Tagen vor allem die Internetseite [genz-regelt.de](https://genz-regelt.de/) auf sich aufmerksam. Unter dem Motto „Gen Z steht auf“ wird dort ebenfalls für den 31. Oktober, also Halloween, zu bundesweiten Protesten aufgerufen. Die Liste dieser Initiative umfasst bislang lediglich 21 Städte. Für fünf Großstädte – Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt am Main und München – reklamiert „Gen Z regelt“ selbst die Verantwortung für Organisation und Inhalte. In 16 weiteren Städten sollen sich lokale Gruppen angeschlossen haben. Darunter befinden sich unter anderem Freiburg, Bremen und Bielefeld. Die Hasestadt Osnabrück fehlt in dieser Aufstellung. Die Forderungen sind breit gefächert: bessere Bildung, ein bezahlbares Leben, mehr Geld für das Gesundheitswesen, weniger Überwachung und ein Nein zur Wehrpflicht. Die Organisatoren bezeichnen sich als überparteilich und betonen ausdrücklich, dass Gewalt, Sachbeschädigungen und Extremismus bei ihren Demonstrationen keinen Platz hätten. Dabei beziehen sie sich ausdrücklich auf die Protestbewegungen in Frankreich, Belgien und Spanien. Der Funke sei inzwischen nach Deutschland übergesprungen, heißt es auf der Internetseite. ### Impressum fehlerhaft: Wer steckt tatsächlich hinter der Protest-Website? Wer hinter der professionell gestalteten Internetpräsenz steht, sorgt inzwischen auch in den sozialen Netzwerken für Diskussionen. Ganz anonym ist die Seite allerdings nicht: Im Impressum wird Akram Selo als Verantwortlicher genannt. Als Anschrift steht dort lediglich „Deutschland“, eine vollständige Postadresse fehlt. Am Fuß der Internetseite findet sich zudem ein Verweis auf den Webdienstleister „Selo Digital“, der nach eigener Darstellung unter anderem Webseiten entwickelt und Social-Media-Dienstleistungen anbietet. Das Impressum bezeichnet die Protestseite als privates, nicht kommerzielles Angebot. Die politischen Forderungen sollen von der nicht näher erklärten Initiative „Gen Z regelt“ stammen, während für die einzelnen Demonstrationen jeweils lokale Anmelder verantwortlich seien. Damit bleiben wesentliche Fragen offen: Wer gehört zum organisatorischen Kern der Initiative? Welche Personen oder Gruppen koordinieren die überregionalen Aufrufe? Offen ist auch, ob und in welchem Verhältnis die Initiative zu anderen Protestaufrufen, insbesondere der Liste mit 112 Städten steht. ### Frankreich: Aus Schülerprotesten wurde eine breite linke Protestbewegung Ein Blick nach Frankreich zeigt unterdessen, wie sich ursprünglich auf schulische Missstände konzentrierte Demonstrationen innerhalb weniger Wochen zu einer erheblich breiteren Bewegung entwickelten und linken und linksextremen Gruppen gekapert wurden. Die Proteste begannen im September mit Forderungen nach mehr Lehrern, besseren Schulgebäuden und Verbesserungen im Bildungssystem. Neben Schülerorganisationen wie der „Union Syndicale Lycéenne“ beteiligten sich zunehmend linke Gewerkschaften wie die CGT und studentische Organisationen wie die UNEF. Auch Politiker der linksgerichteten Partei La France Insoumise, darunter Jean-Luc Mélenchon, unterstützten die Protestbewegung. ### Sorgen linke Extremisten für die Eskalation der Gewalt? Spätestens bei den Großdemonstrationen am vergangenen Wochenende wurde allerdings deutlich, dass längst nicht mehr ausschließlich Schüler und Studenten auf die Straße gingen. Neben friedlichen Demonstranten traten militante Gruppen und Gruppen von jungen Männern mit Migrationshintergrund auf, die Geschäfte plünderten, Autos anzündeten und öffentliche Gebäude angriffen. Frankreichs Premierminister Sébastien Lecornu machte ausdrücklich ultralinke Extremisten und Kriminelle für die Ausschreitungen verantwortlich. Insbesondere die Beteiligung gewaltbereiter Gruppen aus dem linksradikalen Spektrum steht inzwischen im Fokus der französischen Behörden. Das bedeutet allerdings nicht, dass sämtliche Schülerproteste von linksextremen Organisationen gesteuert wurden. Belegt ist die Beteiligung linker Organisationen an der Mobilisierung und die Rolle militanter Gruppen bei den Ausschreitungen. Eine einheitliche Steuerung der gesamten Protestbewegung durch Extremisten ist damit nicht nachgewiesen. Um so ominöser sind die Hintergründe der aktuellen Demonstationsaufrufe – diskutiert wird inzwischen auch eine mögliche Organisation durch russische Nachrichtendienste. ### Kommt die Protestwelle tatsächlich nach Osnabrück? Ob die für Halloween angekündigten deutschen Proteste eine vergleichbare Dynamik entwickeln können wie in Frankreich, ist völlig offen. Zwischen dem Anspruch einer bundesweiten Jugendbewegung, den Aufrufen in sozialen Netzwerken und tatsächlich angemeldeten Demonstrationen bestehen erhebliche Unterschiede. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück