# Geheimdienste warnen: China nutzt Jobportale für Spionageanschläge Datum: 04.06.2026 07:29 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/geheimdienste-warnen-china-nutzt-jobportale-fuer-spionageanschlaege-719026/ --- Die Sicherheitsbehörden des „Five Eyes“-Bündnisses warnen vor verstärkten Spionageaktivitäten chinesischer Geheimdienste über Online-Jobportale. In einem gemeinsamen Bulletin beschreiben sie detailliert, wie chinesische Nachrichtendienste angeblich berufliche Netzwerke und Stellenbörsen nutzen, um an vertrauliche Informationen aus Regierungs- und Militärkreisen zu gelangen. China weist die Vorwürfe entschieden zurück und spricht von „böswilliger Verleumdung“. ## Gemeinsame Warnung der „Five Eyes“-Staaten In einer gemeinsamen Erklärung von FBI, dem britischen MI5 sowie den Inlandsgeheimdiensten Australiens, Kanadas und Neuseelands heißt es: „Chinas militärische Nachrichtendienste nutzen eine immer größere Bandbreite an beruflichen Netzwerken und Online-Stellenbörsen, um Regierungs- und Militärangehörige der `Five Eyes-Staaten anzuwerben – sowie alle Personen, die Zugang zu geheimen oder vertraulichen Informationen haben.“ Nach Angaben von Analysten gilt das gemeinsame Bulletin trotz ähnlicher früherer Warnungen einzelner Staaten als beispiellos. China wies die Vorwürfe umgehend zurück. Die chinesische Botschaft in London bezeichnete die Anschuldigungen als „völlig aus der Luft gegriffen“ und „böswillige Verleumdung“. Die „Five Eyes“-Staaten betrieben selbst „skrupellose Spionage und Geheimdienstaktivitäten weltweit“ und stellten die „wahre Bedrohung für friedliebende Länder“ dar, erklärte die Botschaft. ### Vorgehensweise laut Bulletin „Safeguarding Our Secrets“ Das als „Safeguarding Our Secrets“ betitelte Bulletin beschreibt die mutmaßliche Vorgehensweise chinesischer Stellen im Detail. Demnach geben sich chinesische Offiziere oder ihre Helfer als Mitarbeiter privater Beratungsfirmen, Denkfabriken oder Personalagenturen aus. Sie schalten Online-Stellenanzeigen für Außenpolitik- und Verteidigungsanalysten. Erfolgreiche Kandidaten werden laut Bulletin dann unter Druck gesetzt, „nicht-öffentliche“ Informationen für angebliche Kunden zu liefern, die in Wirklichkeit mit der chinesischen Regierung verbunden sind. Zielgruppe der Anwerbung sind demnach vor allem Inhaber von Sicherheitsfreigaben, Militärpersonal im Indopazifik sowie Personen mit indirektem Zugang zu Regierungsinformationen – etwa Wissenschaftler, Journalisten oder Mitarbeiter von Denkfabriken. Die Rekrutierung läuft meist über Plattformen wie Linkedin, Indeed oder Upwork. Die Kontaktaufnahme erfolgt oft über gefälschte, aber professionell wirkende Profile. In Vorstellungsgesprächen wird nach Kontakten zu Regierungsstellen gefragt. Später wird die Kommunikation auf verschlüsselte Kanäle verlagert. ### Gefahreneinschätzung und mögliche Konsequenzen Die Bezahlung für die geforderten Informationen erfolgt laut Bulletin je nach Sensibilität der Daten in Höhe von einigen Hundert bis mehreren Tausend Dollar pro Bericht. Die Behörden betonen, dass selbst unklassifizierte Informationen über Militärstrategien oder Regierungspolitik in Kombination mit anderen Daten ein umfassendes Lagebild ergeben können. Dies könne Leben gefährden, die Wirtschaft schwächen und demokratische Prozesse untergraben. In mehreren Fällen habe dies bereits zu Strafverfolgung, Jobverlusten und dem Entzug von Sicherheitsfreigaben geführt. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück