# Gebäudetyp E: Niedersachsen drängt auf schnelle Umsetzung Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-10-29T13:05:00+01:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-29T13:05:00+01:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/gebaeudetyp-e-niedersachsen-draengt-auf-schnelle-umsetzung-771985/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Niedersachsen begrüßt den Gesetzentwurf der Bundesregierung zum sogenannten Gebäudetyp E und dringt auf eine schnelle Umsetzung. Bauminister Grant Hendrik Tonne fordert zugleich Rechtssicherheit für alle, die am Bau beteiligt sind. Den Entwurf haben Bundesjustizministerin Stefanie Hubig und Bundesbauministerin Verena Hubertz vorgelegt ([die HASEPOST berichtete](https://hasepost.de/gebaeudetyp-e-einfacher-bauen-guenstiger-wohnen-770966/)). Das niedersächsische Bündnis für bezahlbares Wohnen beriet in einer Plenarsitzung in Hannover mit Tonne darüber, wie einfaches und innovatives Bauen in der Praxis erleichtert werden kann. ## Tonne: „Wichtiges Signal für die Bauwirtschaft“ „Dass die Bundesregierung heute endlich den Gesetzentwurf zum Gebäudetyp E vorgelegt hat, ist ein wichtiges Signal für die Bauwirtschaft“, erklärte Tonne. Das Gesetz müsse nun im parlamentarischen Verfahren zügig beraten werden. „Dabei muss die Frage der Rechtssicherheit endgültig geklärt werden. Nur wenn alle Beteiligten Klarheit haben, geht es wirklich schneller beim Bauen und dann kommen wir auch zu mehr bezahlbarem Wohnraum.“ ### Bis zu 15 Prozent geringere Baukosten erwartet Kern des Entwurfs ist eine Änderung des Bauvertragsrechts. Bauherren und Unternehmen sollen künftig einfacher auf Komfortstandards verzichten können, die gesetzlich nicht vorgeschrieben sind und sich vor allem aus technischen Normen ergeben. Der neue Basisstandard soll nur gelten, wenn die Vertragspartner ihn ausdrücklich vereinbaren, die Aufklärungspflichten sollen dabei einfacher werden. Ohne eine solche Vereinbarung bleibt es beim bisherigen Recht. Die Bundesministerien rechnen damit, dass die Baukosten so um 10 bis 15 Prozent sinken können. Ein Abweichen von den allgemein anerkannten Regeln der Technik soll dann nicht mehr automatisch als Baumangel gelten. Vorgaben zu Brandschutz, Statik, Belüftung und Licht bleiben bestehen. Als mögliche Einsparungen nennt das Ministerium etwa geringere Wand- und Deckenstärken, Fensterlüftung statt aufwendiger Lüftungsanlagen sowie einfachere Vorgaben für Heizung und Warmwasser. ### Inkrafttreten frühestens Mitte 2027 Nach den Plänen des Bundes sollen die Neuregelungen frühestens Mitte 2027 in Kraft treten, Niedersachsen fordert, das Verfahren zu straffen. Unterstützung kommt aus dem Bündnis: Dr. Susanne Schmitt vom Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in Niedersachsen und Bremen (vdw) sprach sich für einen Mindeststandard im Vertragsrecht auf Grundlage der Landesvorschriften aus. Stephan von Friedrichs von der Ingenieurkammer Niedersachsen sieht im Gebäudetyp E „eine große Chance, das Bauen in Deutschland wieder einfacher, schneller und vor allem bezahlbarer zu machen“. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück