# GDL-Chef vergleicht Bahn-Finanzen mit Geldwaschmaschine und fordert Reform Datum: 30.03.2026 11:39 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/gdl-chef-vergleicht-bahn-finanzen-mit-geldwaschmaschine-und-fordert-reform-697395/ --- Der Vorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Mario Reiß, wirft der Deutschen Bahn (DB) intransparente und ineffiziente Finanzstrukturen vor. In einem Interview kritisiert er interne Verrechnungsmodelle und die Vielzahl von Tochtergesellschaften, sieht aber zugleich positive Ansätze im Sanierungskurs von DB-Chefin Evelyn Palla. Reiß begrüßt insbesondere die Halbierung des Top-Managements und jüngste Personalentscheidungen im Vorstand, warnt jedoch vor hohen Kosten für den Steuerzahler. ## Kritik an Finanzstrukturen der Deutschen Bahn GDL-Vorsitzender Mario Reiß bemängelt grundlegende Probleme in den Finanzkreisläufen des Bahnkonzerns. „Der Bahnkonzern hat über Jahre hinweg Finanzstrukturen etabliert, die einer Geldwaschmaschine ähneln“, sagte Reiß dem Fachdienst „Tagesspiegel Background Verkehr & Smart Mobility“. Er führt aus, der Konzern habe eigene Serviceleistungen intern verrechnet und zahlreiche Firmen unter dem Dach der DB AG organisiert. „Das waren zwischenzeitlich mehr als 1.000, jetzt sind es knapp 600. All diese Firmen dienen dazu, dass man die einzelnen Finanzierungskreisläufe durchbricht und selbst Steuergeld akquiriert. Das muss geändert werden.“ ### Unterstützung für Sanierungskurs von DB-Chefin Palla Zugleich setzt Reiß DB-Chefin Evelyn Palla unter Druck, unterstützt jedoch ihren eingeschlagenen Kurs. „Es wäre schon mal schön, wenn Frau Palla weniger Versprechungen als ihr Vorgänger Richard Lutz machen und mehr in das System Bahn eingreifen und tatsächlich die kleinen Schritte erstmal gehen würde. Ich glaube, das sieht momentan ganz gut aus. Frau Palla macht sich die Mühe, ins Detail zu gehen. Und sie gibt Verantwortung nach unten ab, das ist ganz wichtig“, sagte Reiß „Tagesspiegel Background Verkehr & Smart Mobility“. Nach Einschätzung des GDL-Vorsitzenden wird sich allein durch die von Palla vorgenommene Halbierung des Top-Managements das Betriebsergebnis verbessern, während die DB durch eine bessere Steuerung zugleich produktiver werden könne. „Das gilt auch für den Fernverkehr. Der dürfte eigentlich mit seinen neuen Zügen und moderner Technik keine Krise haben“, sagte Reiß dem Fachdienst. ### Personalentscheidungen im Vorstand und Kritik an Finanzchefin Dass Palla sich sowohl von Cargo-Chefin Sigrid Nikutta als auch von Finanzvorständin Karin Dohm getrennt hat, bewertet Reiß positiv. „Konsequenz gehört zum Management. Nur so kann Frau Palla etwas erreichen“, sagte der GDL-Chef „Tagesspiegel Background Verkehr & Smart Mobility“. Weiter betonte er: „Als rigoros würde ich ihr Vorgehen nicht bezeichnen. Inkonsequent oder gar nicht zu handeln, würde uns viel Geld kosten und uns nicht weiterbringen.“ Verärgert zeigt sich Reiß darüber, dass Dohm überhaupt in den Vorstand geholt worden sei. Dies begründet er mit internen Einschätzungen, die bereits bei ihrer Berufung bestanden hätten. Dass Dohm überhaupt geholt worden war, ärgere ihn jedoch, „weil wir aus dem Vorstand schon bei der Einstellung gehört haben, dass Frau Dohm die falsche Person ist“. Man habe einen Finanzvorstand gesucht und „eine Dame ausgewählt, die offensichtlich für diesen Job überhaupt nicht taugt“. Dennoch sei es gelungen, den Aufsichtsrat von ihrer Einstellung zu überzeugen. „Aber man habe den Aufsichtsrat davon überzeugt, sie einzustellen. „Jetzt kostet es auch den Steuerzahler wieder eine Menge Geld. Ich denke, es wird noch viel Streit um das Thema geben“, sagte Reiß „Tagesspiegel Background Verkehr & Smart Mobility“. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück