# „Gaza blutet“: Unordnungsamt hängt Banner am Neumarkt in Osnabrück auf Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-08-31T12:21:35+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-08-31T12:22:55+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/gaza-blutet-unordnungsamt-haengt-banner-am-neumarkt-in-osnabrueck-auf-749601/ Kategorie: Aktuell --- Am leerstehenden YPSO-Gebäude am Neumarkt in Osnabrück sorgt ein großflächiges Banner für Aufmerksamkeit. Mit der Botschaft „Brich dein Schweigen zum Völkermord – Gaza blutet“ kritisiert das so genannte Unordnungsamt Osnabrück den Umgang von Stadt und Politik mit dem Krieg im Gazastreifen. ## Kritik an Osnabrücker Friedenspolitik Die Urheber des Banners werfen der Stadt vor, zu den Geschehnissen im Gazastreifen zu schweigen. Sie kritisieren unter anderem Auflagen für Demonstrationen, die Absage von Kulturveranstaltungen mit Bezug zu Palästina sowie die aus ihrer Sicht fehlende Positionierung des Stadtrats. Das Unordnungsamt bezeichnet sich selbst als „unabhängige Behörde zur Aufdeckung und Korrektur von städtischem und systemischem Versagen“. Tatsächlich handelt es sich dabei nicht um eine staatliche oder kommunale Behörde, sondern um eine politische Aktionsgruppe. In ihrem Text verweisen die Aktivisten zudem auf Osnabrücks Selbstverständnis als Friedensstadt. Die Stadt beruft sich unter anderem auf die Geschichte des Westfälischen Friedens und engagiert sich über verschiedene Einrichtungen und Projekte für Friedenskultur. Die Initiatoren des Banners werfen der Stadt vor, diesem Anspruch beim Thema Gaza nicht gerecht zu werden. ### Kritik an möglicher Rüstungsproduktion bei VW Ein weiterer Schwerpunkt der Aktion ist die mögliche Ansiedlung des israelischen Rüstungskonzerns Rafael am VW-Standort Osnabrück. Die Gruppe kritisiert, dass mehrere Parteien im Kommunalwahlkampf den Erhalt des Industriestandorts in den Vordergrund stellten. Nur der Linken-Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters, Thomas Groß, habe sich nach Darstellung der Initiatoren klar gegen eine Zusammenarbeit mit Rafael ausgesprochen. Auch die deutsche Rüstungspolitik gegenüber Israel wird in dem Text angeprangert. Das Unordnungsamt fordert von der Bundesregierung einen sofortigen Stopp der Rüstungsexporte nach Israel. ### Forderungen an Stadt und Bund Mit dem Banner verbindet die Gruppe laut einer per E-Mail versandten Mitteilung konkrete Forderungen. Vom Osnabrücker Stadtrat verlangt sie unter anderem eine Stellungnahme zum Krieg in Gaza und zur möglichen Rüstungsproduktion mit Rafael. Außerdem fordert sie mehr öffentlichen Raum für Solidaritätsbekundungen mit Palästina. An den Bund richtet sich die Forderung, sämtliche Rüstungsexporte nach Israel umgehend zu stoppen. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück