# Gabriel warnt vor Trumps härterer Außenpolitik Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-11-03T05:22:04+01:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-11-03T05:22:10+01:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/gabriel-warnt-vor-trumps-haerterer-aussenpolitik-773728/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Nach den US-Zwischenwahlen am 3. November 2026 könnte Präsident Donald Trump außenpolitisch noch aggressiver vorgehen. Der frühere SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel erwartet insbesondere eine mögliche Eskalation gegenüber dem Iran. Innenpolitisch rechnet er mit Stillstand, während Europa sich auf eine schwächere transatlantische Partnerschaft einstellen müsse. ## Trump könnte Iran angreifen Der frühere Bundesaußenminister und SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel sieht nach den US-Zwischenwahlen eine erhöhte Gefahr für außenpolitische Konflikte. Im Podcast "Berlin Playbook" des Magazins Politico warnte er: "Die Gefahr ist groß, dass er sich sozusagen dann vollständig der Außenpolitik zuwendet und dort zum Beispiel unmittelbar nach den Wahlen den Iran wieder angreift". Gabriel begründete dies mit Trumps erwarteter innenpolitischer Schwäche nach einer möglichen Niederlage der Republikaner, die ihm außenpolitisch jedoch größere Handlungsfreiheit lasse. Ein erfolgreiches Amtsenthebungsverfahren gegen Trump hält Gabriel für unwahrscheinlich. "Zwei-Drittel-Mehrheiten im Senat gegen ihn wird`s nicht geben. Es wird kein Amtsenthebungsverfahren, kein erfolgreiches jedenfalls geben", erklärte er. Damit bleibe Trump auch nach den Wahlen handlungsfähig, ohne durch den Senat eingeschränkt zu werden. ### Europa soll sich wappnen Gabriel forderte Europa auf, sich auf eine veränderte US-Politik einzustellen. "Hoping for the best, preparing for the worst", lautete sein Appell. Die USA würden ihre strategische Neuausrichtung auf den Indopazifik beibehalten und Europa nicht mehr als prioritären Partner betrachten. "Wir müssen wirtschaftlich stärker werden und auch unsere Verteidigungspolitik stärken. Dann werden wir wieder ein ernst zu nehmender Partner. Das sind wir zurzeit für die USA nur in sehr eingeschränktem Maße", betonte er. Die USA planten keine Kurskorrektur, so Gabriel. Europa müsse daher wirtschaftlich und militärisch unabhängiger werden, um wieder als verlässlicher Partner wahrgenommen zu werden. ### Innenpolitischer Stillstand erwartet Für die US-Innenpolitik prognostiziert Gabriel nach den Wahlen Stillstand. "Es wird mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Wechsel im Repräsentantenhaus geben, aber im Senat ist das völlig offen. Da ist es für die Demokraten viel schwieriger, eine Mehrheit zu bekommen", sagte er. Während die Republikaner wahrscheinlich die Mehrheit im Repräsentantenhaus gewinnen, bleibe der Senat umkämpft. Die Demokraten würden sich voraussichtlich auf interne Untersuchungen konzentrieren, statt drängende nationale Probleme anzugehen. "Innenpolitisch sind die USA insgesamt lame duck". "vieles aufzudecken, was an Korruption da ist. Also sie beschäftigen sich dann sehr mit sich selber und leider nicht mit den Problemen des Landes." Trotz der Blockadehaltung sieht Gabriel jedoch Hoffnung für die Ukraine. "Wir waren ja gerade in den USA und wir haben ausschließlich Senatoren getroffen, egal von welcher Partei, die die Ukraine weiter unterstützen", sagte er. Er hoffe, "dass er an der Stelle so viel unter Druck gerät, dass die Politik, die er jetzt betreibt, nämlich letztlich Russlands Position zu übernehmen und die Ukraine Stück für Stück im Stich zu lassen, sich am Ende nicht durchsetzt." --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück