# Für bessere Versorgung: Deshalb entwickelt die Hochschule Osnabrück Hafer mit höherem Jodanteil Datum: 17.07.2026 08:00 Kategorie: Aktuell URL: https://hasepost.de/fuer-bessere-versorgung-deshalb-entwickelt-die-hochschule-osnabrueck-hafer-mit-hoeherem-jodanteil-732998/ --- Immer mehr Menschen ersetzen Kuhmilch durch Haferdrinks. Damit kann jedoch auch die Jodzufuhr sinken. Forschende der Hochschule Osnabrück wollen deshalb Hafer bereits beim Anbau gezielt mit Jod anreichern. ## Haferdrinks haben einen geringeren Jodgehalt als Kuhmilch Haferdrinks gehören für viele Menschen inzwischen zum Alltag. Was dabei häufig übersehen wird: Kuhmilch zählt in Deutschland zu den wichtigen Jodquellen, während pflanzliche Alternativen meist nur geringe Mengen des Spurenelements enthalten. Wer dauerhaft von Milch auf Haferdrinks umsteigt, könnte deshalb weniger Jod aufnehmen. Forschende der Hochschule Osnabrück arbeiten nun daran, den Jodgehalt von Hafer bereits während des Anbaus zu erhöhen. Das Projekt trägt den Namen „JoMila – Jodreiche pflanzliche Milchalternativen: Gesunder Mehrwert nachhaltig erzeugt durch Biofortifikation von Hafer“. ### Jodmangel wieder relevantes Gesundheitsthema Jodmangel ist in Deutschland erneut ein relevantes Gesundheitsthema, weiß Prof. Dr. Diemo Daum, Experte für Pflanzenernährung an der Hochschule Osnabrück. Rund ein Drittel der Erwachsenen und fast die Hälfte der Kinder und Jugendlichen seien nicht ausreichend mit Jod versorgt. Besonders häufig betroffen seien junge Frauen. Während einer Schwangerschaft oder der Stillzeit steigt der Jodbedarf zusätzlich. Das Spurenelement ist unter anderem für die Funktion der Schilddrüse sowie für die körperliche und geistige Entwicklung von Bedeutung. „Ein anhaltender Jodmangel kann sich daher negativ auf die Gesundheit auswirken“, erklärt Daum. ## Hafer soll bereits auf dem Feld angereichert werden Gemeinsam mit den wissenschaftlichen Mitarbeitenden Anne Vrochte und Dr. Christoph Budke untersucht Daum, wie sich der Jodgehalt des Hafers schon während des Wachstums steigern lässt. Dabei setzt das Forschungsteam auf die sogenannte agronomische Biofortifikation. Bei diesem Verfahren werden Nutzpflanzen während ihres Wachstums gezielt mit bestimmten Nährstoffen angereichert. Ziel ist es, pflanzliche Milchalternativen zu entwickeln, die künftig einen Beitrag zu einer besseren Jodversorgung leisten können. „Pflanzliche Produkte gewinnen für viele Menschen zunehmend an Bedeutung. Deshalb müssen wir Wege finden, eine nachhaltige Ernährung mit einer ausreichenden Versorgung an wichtigen Nährstoffen zu verbinden“, sagt Daum. ## Möglichst viel Jod soll im Haferdrink landen Die Forschenden untersuchen nicht nur, wie viel Jod der Hafer aufnehmen kann. Sie prüfen auch, welche Auswirkungen die Anbaumethode auf weitere Inhaltsstoffe und die Gesundheit der Pflanzen hat. Gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik entwickelt das Team außerdem ein Herstellungsverfahren für Haferdrinks. Dabei soll möglichst viel des im Haferkorn enthaltenen Jods auch im fertigen Getränk erhalten bleiben. Das Forschungsprojekt wird mit Mitteln des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur aus der Förderlinie „ZERN – Zukunft Ernährung Niedersachsen“ unterstützt. Es läuft bis Ende Januar 2029. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück