# Fünf Bundesländer aus Atommüll-Endlagersuche ausgeschlossen Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-10-27T14:16:57+01:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-27T14:16:57+01:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/fuenf-bundeslaender-aus-atommuell-endlagersuche-ausgeschlossen-771379/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- BGE grenzt mögliche Standorte ein – Sachsen, Berlin und Hessen neu gestrichen. Die Suche nach einem Endlager für hochradioaktiven Atommüll in Deutschland schreitet voran. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat die potenziellen Flächen für ein solches Lager auf weniger als fünf Prozent des Bundesgebiets eingegrenzt. Wie die Berliner Zeitung berichtet, scheiden damit Rheinland-Pfalz, Hessen, Berlin, Sachsen und das Saarland vollständig aus der laufenden Standortsuche aus. Sachsen, Berlin und Hessen wurden dabei erst in diesem Jahr ausgeschlossen, während Rheinland-Pfalz 2025 und das Saarland bereits 2020 herausfielen. Die BGE betont, dass die gesamte Landesfläche Deutschlands nun bearbeitet oder bewertet wurde. ## Drei Gesteinsarten für Endlager im Rennen Die Einengung der möglichen Standorte ist das Ergebnis eines schrittweisen Prüfverfahrens, bei dem die Sicherheitsanforderungen in jedem Durchgang erhöht werden. Gebiete, die eine Hürde nicht bestehen, fallen endgültig aus der Suche heraus. Entscheidend sind dabei repräsentative vorläufige Sicherheitsuntersuchungen, die auf Basis geologischer Daten prüfen, ob der sichere Einschluss der radioaktiven Abfälle im Untergrund möglich ist. Grundsätzlich kommen drei Gesteinsarten infrage: Granit, Salz und Ton. Alle drei gelten als potenziell geeignet, um radioaktive Abfälle dauerhaft von der Biosphäre abzuschirmen. ### Sicherheitskriterien schließen gefährdete Zonen aus Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) schließt jedoch beschädigte oder gefährdete Untergründe aus. Bergbaugebiete, Regionen mit vulkanischer Aktivität oder erdbebengefährdete Zonen kommen demnach nicht infrage. Ein zentrales Kriterium ist zudem der Schutz vor Wasser: Radioaktive Stoffe dürfen nicht über Wasserpfade an die Erdoberfläche gelangen. Zudem muss das umgebende Gestein die Wärme, die die Abfälle auch im Endlager noch abgeben, ableiten können. Das Endlager soll durch eine mindestens 300 Meter mächtige Gesteinsschicht von der Oberfläche getrennt sein. ### Suche nach Endlager bis 2027 entscheidend Die jetzt veröffentlichten Arbeitsstände sind noch keine verbindlichen Ergebnisse. Die BGE plant, bis Ende 2027 konkrete Standortregionen vorzuschlagen, die dann für die oberirdische Erkundung infrage kommen. Nach einer eingehenden Prüfung durch Wissenschaftler und das BASE entscheidet der Bundestag, wo die zweite Phase der Suche beginnt. Insgesamt geht es um rund 27.000 Kubikmeter hochradioaktiven Abfall, der in mehr als 60 Jahren Atomkraftnutzung angefallen ist. Der künftige Standort soll Sicherheit für eine Million Jahre bieten. Derzeit lagert der Atommüll in sechzehn oberirdischen Zwischenlagern. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück