# Frührente-Reform trifft vor allem Frauen Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-11-06T07:32:04+01:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-11-06T07:32:08+01:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/fruehrente-reform-trifft-vor-allem-frauen-774970/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Ein Vorschlag der Union, bei der Frührente nur noch Arbeitsjahre anzurechnen, würde laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) vor allem Frauen benachteiligen. Kindererziehungs- und Pflegezeiten würden nicht mehr berücksichtigt, was die Ansprüche von Frauen deutlich reduzieren würde. Die geplante Änderung hätte zudem nur eine geringe Sparwirkung. ## Union plant strengere Kriterien für Frührente Die Union diskutiert eine Reform der Frührente, die künftig nur noch Arbeitsjahre anrechnen soll. Zeiten der Kindererziehung, Arbeitslosigkeit oder Pflege von Angehörigen würden damit nicht mehr berücksichtigt. CDU-Fraktionschef Thorsten Frei hatte sich für diesen Vorschlag ausgesprochen. Bisher zählen solche Zeiten zu den Beitragsjahren, die für den Anspruch auf die abschlagsfreie Frührente nach 45 Jahren erforderlich sind. Laut einer Berechnung des DIW würde diese Änderung vor allem Frauen treffen. Von den rund 277.000 Personen des Geburtsjahrgangs 1958, die die Frührente in Anspruch nahmen, waren 153.470 Männer und 123.658 Frauen. Ohne die Anrechnung von Kindererziehungs- und Pflegezeiten hätten 52,1 Prozent weniger Frauen Anspruch auf die Frührente gehabt. Bei Männern läge der Rückgang nur bei 0,5 Prozent. ### Geringe Sparwirkung und alternative Pläne Die geplante Reform hätte laut DIW nur eine begrenzte finanzielle Wirkung. Die Kosten für die Frührente würden um 20,6 Prozent sinken. Eine Alternative, die in der Politik diskutiert wird, wäre die Anhebung der erforderlichen Versicherungsjahre von 45 auf 47 Jahre. Auch diese Änderung würde Frauen stärker treffen: 51,2 Prozent der Frauen des Jahrgangs 1958 hätten ihren Anspruch verloren, bei Männern wären es 38,3 Prozent. DIW-Ökonom Niklas Döhler warnte vor den Folgen solcher Reformen. Seiner Ansicht nach gebe es bei der Frührente keinen einfachen Kompromiss. Er plädierte stattdessen für deren Abschaffung und eine gezielte Unterstützung von Rentnern mit geringen Bezügen. Die aktuelle Regelung kostet pro Jahrgang rund zehn Milliarden Euro. ### Koalition uneinig über Rentenreform Bereits im Sommer hatten Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und die damalige SPD-Vorsitzende Bärbel Bas eine Einigung über die Rentenreform der Alterssicherungskommission erzielt. Diese sah auch die Abschaffung der Frührente vor. Doch die Koalition ist in der Frage gespalten, da viele Ministerpräsidenten die Pläne ablehnen. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück