# Freie-Wähler-Chef stirbt mit 55 Jahren in Berlin Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-11-05T12:46:49+01:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-11-05T12:46:49+01:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/freie-waehler-chef-stirbt-mit-55-jahren-in-berlin-774679/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Freie-Wähler-Chef stirbt mit 55 Jahren in Berlin Der bayerische Wirtschaftsminister und Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger ist tot. Wie das ARD-Hauptstadtstudio aus Regierungskreisen erfuhr, starb der 55-Jährige in einem Berliner Hotel. Zuvor hatte die Bild-Zeitung über seinen Tod berichtet. Aiwanger befand sich zur Eröffnung des Berliner Büros seiner Partei in der Hauptstadt, sagte den Termin jedoch wegen Unwohlseins ab. Später wurde er leblos in seinem Zimmer aufgefunden. Die Berliner Staatsanwaltschaft bestätigte den Tod und leitete ein Todesermittlungsverfahren ein, wie der Tagesspiegel berichtet. Die Ursache soll gesundheitlicher Natur sein, Details wurden nicht genannt. ## Aiwanger prägte Freie Wähler 18 Jahre lang Aiwanger war seit 2018 Wirtschaftsminister und Stellvertreter von Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Mit ihm an der Spitze hatten die Freien Wähler 2018 erstmals den Sprung in die bayerische Staatsregierung geschafft. Der Niederbayer prägte die Partei wie kein anderer und führte sie zu historischen Erfolgen, etwa bei den Kommunalwahlen im Frühjahr 2026, als die Freien Wähler der CSU mehrere Landratsposten abnahmen. Wie die Tagesschau berichtet, blieb Aiwanger trotz innerparteilicher Widerstände stets bodenständig und nah an den Menschen – ein Markenzeichen, das ihn auszeichnete. ### Streitbarer Politiker mit Landbevölkerung als Fokus Sein politischer Stil war oft streitbar und direkt. Aiwanger setzte sich besonders für die Landbevölkerung ein und kritisierte wiederholt bürokratische Hürden. Gleichzeitig sorgte er mit Äußerungen und seinem Auftreten immer wieder für Kontroversen. So stand er 2023 im Zentrum der sogenannten Flugblatt-Affäre, in der ihm vorgeworfen wurde, in seiner Jugend ein antisemitisches Flugblatt verfasst zu haben. Aiwanger bestritt dies, sein Bruder gab später an, der Verfasser gewesen zu sein. Trotz der Vorwürfe stabilisierte sich die Position der Freien Wähler unter seiner Führung weiter. ### Tod löst parteiübergreifende Trauer aus Die Nachricht vom Tod Aiwangers löste parteiübergreifend Bestürzung aus. Bayerns Ministerpräsident Söder bezeichnete den Tod als „absolute Tragödie“ und betonte, die Gedanken seien bei der Familie. Auch CSU-Fraktionschef Klaus Holetschek würdigte Aiwangers Einsatz für Bayern und seine Bürgernähe, wie n-tv berichtet. Holetschek hob hervor, Aiwanger sei ein „Bayer mit Ecken und Kanten“ gewesen, der sich nie mit bekannten Grenzen begnügt habe. Gleichzeitig räumte er ein, dass man nicht in allen Punkten einer Meinung gewesen sei. ### Aiwangers Vermächtnis in der bayerischen Politik Aiwanger hinterlässt zwei Kinder und lebte mit der Freie-Wähler-Landrätin Tanja Schweiger zusammen. Die Freien Wähler verlieren mit ihm ihren markantesten und prägendsten Politiker, der die Partei von einer kommunalen Bewegung zu einer festen Größe in der bayerischen Politik führte. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück