# Frankreich verhängt lokale Ausgangssperren nach Krawallen Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-10-19T16:16:55+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-19T16:16:55+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/frankreich-verhaengt-lokale-ausgangssperren-nach-krawallen-768236/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Regierung reagiert auf schwere Ausschreitungen mit begrenzten Maßnahmen. Nach den schweren Ausschreitungen bei Protesten gegen hohe Lebenshaltungskosten hat die französische Regierung lokale Ausgangssperren angekündigt. Premierminister Sébastien Lecornu erklärte, er habe die Präfekten angewiesen, in betroffenen Städten „sehr begrenzte“ und „lokale“ Ausgangsbeschränkungen zu verhängen, um weitere Plünderungen und Gewalt zu verhindern, wie die Welt und n-tv berichten. Die Maßnahmen sollen vor allem Geschäfte und Eigentum schützen, da es sich um eine spezifische Kriminalität aus Plünderungen und Weiterverkauf von Diebesgut handele. Ein Ausnahmezustand werde derzeit nicht für notwendig erachtet, so Lecornu. Die Lage sei „geografisch sehr uneinheitlich“, betonte er, und das „Chaos“ auf die Stadtzentren begrenzt. In Marseille wurde bereits ein Versammlungsverbot von 12 bis 20 Uhr verhängt, wie der Tagesschau zu entnehmen ist. ## Polizei verliert Kontrolle in Großstädten Die Ausschreitungen am Wochenende hatten landesweit zu schweren Sachschäden und Verletzungen geführt. Laut Justizminister Gérald Darmanin wurden 2.331 Menschen in Polizeigewahrsam genommen, davon allein in Paris 350 am Sonntag und in der Nacht zu Montag, wie tagesschau.de und n-tv übereinstimmend melden. Gegen über 80 Prozent der Festgenommenen werde strafrechtlich vorgegangen. Innenminister Laurent Nuñez räumte ein, die Behörden hätten in einigen Großstädten die Kontrolle verloren. Er bot seinen Rücktritt an, den Präsident Emmanuel Macron jedoch ablehnte. Nuñez soll stattdessen neue Einsatztaktiken entwickeln, um die Gewalt zu beenden. Die Gelbwesten kündigten unterdessen weitere Demonstrationen für den kommenden Samstag an. ### Politische Lager streiten über Ursachen der Gewalt Die politischen Lager in Frankreich reagieren mit gegenseitigen Schuldzuweisungen. Während die Regierung die Gewalt vor allem der linksradikalen Szene zuschreibt, wirft die linke Partei LFI der Regierung vor, durch ihre Politik die Eskalation begünstigt zu haben, wie die tagesschau berichtet. Präsident Macron warnte in einer Ansprache vor einer Instrumentalisierung der Proteste für den Wahlkampf und betonte, das Grundrecht auf friedlichen Protest müsse geschützt werden. Die EU-Kommission verurteilte die Gewalt ebenfalls und unterstrich die Notwendigkeit, Grundrechte zu wahren. Das Auswärtige Amt riet Reisenden in Frankreich zur Vorsicht und empfahl, Demonstrationen zu meiden. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück