# Frankreich: 70.000 Polizisten gegen neue Proteste Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-10-25T06:16:40+01:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-25T06:16:40+01:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/frankreich-70-000-polizisten-gegen-neue-proteste-770559/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Landesweite Demos – Museen geschlossen, Ausgangssperren in Städten Frankreich bereitet sich auf ein weiteres Wochenende mit landesweiten Protesten vor. Nach den schweren Ausschreitungen der Vorwoche, bei denen Geschäfte geplündert und öffentliche Gebäude angegriffen wurden, hat das Innenministerium ein massives Sicherheitsaufgebot angekündigt. Rund 70.000 Polizisten und Gendarmen sollen im Einsatz sein, wie der Spiegel berichtet. In Paris bleiben große Museen wie der Louvre und das Musée d’Orsay geschlossen, um Schäden zu verhindern. Auch in anderen Städten gelten strenge Auflagen: In Lyon wurden Demonstrationen im Stadtzentrum verboten, in Marseille ist nur eine Gewerkschaftskundgebung erlaubt. Die Behörden fürchten erneute Gewalt und Plünderungen, wie sie am 17. Oktober aufgetreten waren, als Rathäuser und Polizeistationen in Brand gesetzt wurden. Innenminister Laurent Nuñez warnte vor zahlreichen Aufrufen zu Gewalttaten, die von Randalierern ausgingen. Premierminister Sébastien Lecornu betonte, die Bedrohungslage sei weiterhin hoch. ## Gewalt eskaliert bei Protesten in Frankreich Am Samstag selbst verliefen die Proteste zunächst friedlich, wie das ZDF berichtet. Rund 410.000 Menschen nahmen landesweit an den Kundgebungen teil, davon etwa 110.000 in Paris. Mit Einbruch der Dunkelheit verschärfte sich die Lage jedoch: In Paris und anderen Städten wie Lyon, Bordeaux und Marseille kam es zu Ausschreitungen, bei denen Tränengas, Wasserwerfer und Feuerwerkskörper eingesetzt wurden. Innenminister Nuñez sprach von fast 1.000 Festnahmen landesweit, wobei die Zahl noch steigen könnte. Die Gewalt sei zwar nicht so schwerwiegend wie in der Vorwoche, doch es habe erneut Sachbeschädigungen und Plünderungen gegeben. Besonders kritisch war die Situation am Ende des Demonstrationszuges in Paris, wo Randalierer versuchten, in ein Autohaus einzudringen. Die Polizei konnte dies verhindern. ### Proteste vereinen Schüler, Gewerkschaften und Gelbwesten Die Proteste richten sich gegen hohe Lebenshaltungskosten, soziale Ungerechtigkeit und die mangelnde Ausstattung von Schulen. Den seit Wochen demonstrierenden Schülern haben sich weitere Gruppen angeschlossen, darunter Gewerkschaften und die Gelbwesten-Bewegung. Die Regierung versucht, auf die Forderungen einzugehen: Präsident Emmanuel Macron traf sich am Freitag mit protestierenden Schülern, und laut der Zeitung „Les Échos“ soll die für Januar geplante Erhöhung des Mindestlohns vorgezogen werden. Dennoch bleibt die Stimmung angespannt. In Orléans, wo der Parteitag der rechtspopulistischen Partei Rassemblement National stattfand, protestierten rund 13.000 Menschen gegen die Veranstaltung. ### Rassistischer Anschlag verschärft Krisenstimmung Die angespannte Lage wurde am Freitag durch einen rassistischen Terroranschlag bei Paris weiter verschärft. Ein Mann schoss aus einem Auto mit einer automatischen Waffe, dabei kam ein Mensch ums Leben, fünf weitere wurden verletzt. Präsident Macron bezeichnete die Tat als „rassistischen Terroranschlag“. Der Täter wurde kurz darauf festgenommen. Ein direkter Zusammenhang mit den Protesten ist jedoch nicht erkennbar. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück