# Frankfurter Buchmesse: KI und Leseschwäche im Fokus Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-10-06T20:46:24+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-06T20:46:24+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/frankfurter-buchmesse-ki-und-leseschwaeche-im-fokus-763841/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Historikerin Lepore warnt vor KI-Macht, Branche fordert politische Lösungen Die Frankfurter Buchmesse 2026 hat mit großen Themen begonnen: Die Rolle Künstlicher Intelligenz und die sinkenden Lesefähigkeiten von Jugendlichen prägen die Debatten. Wie die Berliner Zeitung berichtet, warnte die US-Historikerin Jill Lepore auf der Eröffnungspressekonferenz vor der wachsenden Macht von KI-Konzernen. In ihrem kürzlich auf Deutsch erschienenen Buch „Die Regierung der Maschinen“ beschreibt sie, wie Weltwissen zunehmend von Maschinen kontrolliert werde, die im Besitz weniger Superreicher seien. Lepore betonte, die Menschheit stehe „auf des Messers Schneide“ und müsse entscheiden, ob Maschinen das Denken übernehmen dürfen. Das Motto der Messe, „This changes everything“, spiegle diese Ambivalenz wider – zwischen Chancen und Bedrohungen für die Buchbranche. ## KI bedroht Bücher und menschliches Denken Sebastian Guggolz, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, ergänzte die Diskussion mit einem Appell an die Politik. Er warnte vor einem „doppelten Raubzug der KI“ an Büchern und menschlichem Denken, wie die Berliner Zeitung weiter schreibt. Gleichzeitig forderte er Transparenz bei der Buchproduktion, etwa durch Kennzeichnungen, die den Einsatz von KI offenlegen. Eine Gruppe von 18 Kinder- und Jugendbuchverlagen hatte bereits am Vortag ein Label „Von Menschen geschrieben – gestaltet – geprüft“ angekündigt, um menschliche Kreativität zu betonen. Guggolz drängte zudem auf europäische Regulierungen, insbesondere zu Urheberrecht und Datenzugriff, und kritisierte, dass Wahlen oft als Ausrede für Untätigkeit dienten. ### Jugendliche lesen immer weniger Bücher Ein zentrales Anliegen von Guggolz war die sinkende Lesekompetenz bei Jugendlichen. Wie die Berliner Zeitung berichtet, sei die Zahl der gekauften Bücher in der Altersgruppe der Zehn- bis 15-Jährigen um 30 Prozent zurückgegangen. „Wer nicht mehr sinnentnehmend lesen kann, kann eine KI-Antwort nicht mehr überprüfen“, so Guggolz. Er forderte, Leseförderung und Medienkompetenz als bildungspolitische Priorität zu verankern, da dies direkt die Demokratiefähigkeit beeinflusse. Die Politik dürfe sich nicht auf engagierte Eltern oder Schulen verlassen, sondern müsse verbindliche Maßnahmen ergreifen. ### Tschechien setzt auf kreative Literaturmesse Neben den Debatten um KI und Bildung steht auch der Ehrengast Tschechien im Mittelpunkt. Wie die Berliner Zeitung schreibt, nutzt das Land das Messe-Motto „A good story changes everything“ für seinen Auftritt. Der tschechische Pavillon ist mit riesigen, fantasievollen Gebilden gefüllt, die an Meereswellen, Kiesel oder Sandstein erinnern. Programmdirektor Martin Krafl betonte, dass jede Interpretation erlaubt sei – ein Symbol für die Offenheit der Literatur. Mit 75 Autorinnen und Autoren sowie 193 neu übersetzten Büchern präsentiert sich Tschechien als kreatives Land, das auch kulturelle Highlights wie Bier aus Böhmen einbindet. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück