# Fischer warnt CDU: Koalition mit AfD wäre Todesstoß Datum: 24.05.2026 08:19 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/fischer-warnt-cdu-koalition-mit-afd-waere-todesstoss-715567/ --- Der frühere Außenminister Joschka Fischer (Grüne) hat die CDU vor jeder Form der Zusammenarbeit mit der AfD gewarnt. Eine Kooperation oder gar Koalition mit der AfD würde nach seinen Worten die Union spalten und ihre Existenz gefährden. Zugleich warnte Fischer vor massiven Folgen für Deutschland und Europa, sollte die AfD in Regierungsverantwortung kommen. Seine Aussagen machte er im Gespräch mit dem „Tagesspiegel“. ## Warnung vor Koalition zwischen CDU und AfD Der frühere Außenminister Joschka Fischer (Grüne) sieht in der CDU eine unterschwellige Debatte über eine mögliche Zusammenarbeit mit der AfD. „Es gebe unter der Oberfläche eine Debatte in der CDU, ob sie nicht mit der AfD kooperieren oder sogar koalieren könne“, sagte Fischer dem „Tagesspiegel“. Eine solche Zusammenarbeit würde die CDU nach seiner Einschätzung nicht überstehen: „Eine solche Zusammenarbeit würde die CDU nicht überleben. Es würde sie spalten.“ Ein Ende der CDU, so Fischer weiter, würde Deutschland „erheblich destabilisieren“. Fischer rief die Christdemokraten dazu auf, einen Blick auf die Entwicklung der italienischen Democrazia Cristiana zu werfen. Die CDU solle sich „den Niedergang der italienischen Democrazia Cristiana genau ansehen, besonders all jene in der CDU, die gern mit der AfD regieren wollten“, sagte er dem „Tagesspiegel“. Auf die Frage, ob er CDU-Chef Friedrich Merz abnehme, dass dieser niemals mit der AfD koalieren werde, antwortete Fischer zustimmend. Er bejahte die Frage, ob er es Merz abnehme, „wenn dieser sage, er werde niemals mit der AfD koalieren“, so der „Tagesspiegel“. ### „Schwerer Schlag für die deutsche Demokratie“ Mit Blick auf die hohen Umfragewerte der AfD bezeichnete Fischer eine Regierungsbeteiligung der Partei als gravierende Gefahr. „Mit Blick auf die hohen Umfragewerte der AfD sagte Fischer, die AfD in Regierungsverantwortung wäre ein schwerer Schlag für die deutsche Demokratie“, berichtet der „Tagesspiegel“. Das internationale Vertrauen in Deutschland würde nach seinen Worten in einem solchen Fall „kollabieren“. Als bereits jetzt größte innenpolitische Herausforderung sieht Fischer „die Forderung der AfD nach einer Re-Nationalisierung“. Wenn Nationalisten in den wichtigsten Ländern Europas an die Macht kämen, „habe Europa keine Zukunft“, sagte er dem „Tagesspiegel“. Offen ließ Fischer seine persönliche Konsequenz für den Fall einer AfD-geführten Bundesregierung. Er wisse nicht, ob er in Deutschland leben könne, sofern die AfD regiere oder sogar den Bundeskanzler stelle. Wörtlich sagte er dem „Tagesspiegel“: „Das wisse er nicht, sagte er: ‚Ein Bundeskanzler von der AfD wäre schon tough.‘“ ### Furcht vor AfD-Ministerpräsident und Folgen für Europa Besorgt äußerte sich Fischer über die Möglichkeit eines AfD-Ministerpräsidenten in einem Bundesland. Der langjährige Grünen-Spitzenpolitiker nannte „die Vorstellung eines AfD-Ministerpräsidenten, etwa in Sachsen-Anhalt, beängstigend“. „Da gebe es nichts zu verharmlosen“, sagte Fischer dem „Tagesspiegel“. Eine AfD-Regierung würde seiner Einschätzung nach „an der Kultur- und Wissenschaftsfreiheit rütteln und die Unabhängigkeit der Justiz infrage stellen“. Mit einem AfD-Ministerpräsidenten wären „essenzielle Teile der freiheitlichen Verfassung bedroht“. Auch mit Blick auf die anstehende Wahl in Sachsen-Anhalt formulierte Fischer deutliche Warnungen. „Wenn Sachsen-Anhalt im September so wähle wie es die Umfragen jetzt zeigten, würden die Menschen vor Ort einen hohen Preis bezahlen“, sagte er dem „Tagesspiegel“. Und er fügte hinzu: „Und wir mit ihnen.“ Sollte die AfD in einem Land an die Macht kommen, werde man sich „in Polen und Frankreich fragen, ob es wieder so weit sei“. Dann würde man, so Fischer, die Frage hören: „‚Spinnen die Deutschen jetzt wieder?‘“ Fischer erinnerte zugleich an seine eigene politische Laufbahn. Er war von 1998 bis 2005 erster grüner Außenminister und Vizekanzler. Zuvor war er von 1985 bis 1987 erster Grünen-Minister überhaupt, als Umweltminister in Hessen. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück