# Finanzdruck im Bistum Osnabrück: Dieses jahrhundertealte Anwesen soll veräußert werden Datum: 12.03.2026 10:15 Kategorie: Aktuell URL: https://hasepost.de/finanzdruck-im-bistum-osnabrueck-dieses-jahrhundertealte-anwesen-soll-veraeussert-werden-690081/ --- Das Bistum Osnabrück beabsichtigt, das Gebäude der Kommende Lage in Rieste zu veräußern. Als Grund dafür gab Generalvikar Ulrich Beckwermert auf einer Gemeindeversammlung am 10. März an, dass das Bistum die Kosten für die notwendige Sanierung des jahrhundertealten Anwesens nicht tragen könne. ## Finanzierung des Gebäudes nicht mehr stemmbar Den Aufwand nur für die grundlegenden Arbeiten beziffert die Bistumsverwaltung auf einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag. „In der jetzigen finanziellen Situation des Bistums, mit diesem hohen Konsolidierungsbedarf, kann es diese zusätzlichen Ausgaben nicht stemmen“, so Ulrich Beckwermert. Das Bistum werde nicht alle Gebäude halten und auf Dauer finanzieren können. ### Ordensmitglieder müssen Anwesen verlassen Der Bistumsleitung sei die Entscheidung, die Kommende Lage zu verkaufen, nicht leichtgefallen – auch weil damit der Wegzug der zwei Ordensgemeinschaften verbunden sei, die derzeit noch in dem Gebäude leben. Die fünf Brüder der Franziskaner-Minoriten und die zwei Schwestern der Klarissen-Kapuzinerinnen werden in den kommenden Monaten die Kommende verlassen. Die Klarissen gehen Ende August nach Xanten. Sie waren vor zwei Jahren eingezogen. Damals war schon vereinbart worden, dass die Schwestern zwei Jahre auf Probe auf Lage bleiben. Die Mitglieder der Franziskaner-Minoriten sind seit 2021 vor Ort. Sie werden auf jeden Fall für die Wallfahrtssaison 2026 auf Lage sein. Man habe mit ihnen gesprochen und ihnen das benachbarte Pfarrhaus als Standort angeboten, so der Generalvikar. Die Brüder sähen ihren Dienst aber an die Kommende gebunden. ### Bistum Osnabrück will Wallfahrt weiter fördern Ulrich Beckwermert dankte den Ordensangehörigen bei der Gemeindeversammlung, an der auch der Leiter der Franziskaner-Minoriten auf Lage, Bruder Maximilian, teilnahm, für ihren Dienst. „Sie haben – und tun es noch – hier mit großer Akzeptanz als Ansprechpartner und Seelsorger für die Pilgerinnen und Pilger gewirkt. Lage ist ein Ort, wo die Menschen ihre Sorgen buchstäblich aufs Kreuz legen können. Danke, dass sie die Menschen dabei begleitet haben und noch weiter begleiten.“ Der Wallfahrtsort habe für das Bistum eine große Bedeutung. „Die Kirche St. Johannes der Täufer ist ein geistlicher Leuchtturm. Wir wollen ihn in Zukunft weiter leuchten lassen, auch wenn wir jetzt zu diesem Verkauf gezwungen sind“, so Beckwermert. Die Wallfahrt werde vom Bistum weiter gefördert. So ist geplant, dort Stellen für pastorales Personal zu schaffen, um den Pilgerinnen und Pilgern weiter ein seelsorgerliches Angebot machen zu können. ### Gebäude steht umgehend zum Verkauf Der Verkauf der Immobilie – das Gebäude der Kommende, jedoch nicht das Pfarrhaus, das im Besitz der Pfarrgemeinde bleibt – beginne umgehend. Man habe dazu eine Maklerfirma beauftragt, mit der das Bistum schon früher zusammenarbeitete. „Wir werden genau darauf achten, an wen das Gebäude geht“, so Beckwermert. Es werde ein seriöser Käufer mit einem ansprechenden Konzept für das Areal gesucht, der um die Geschichte des Ortes weiß und diese bei der Nutzung berücksichtigt. ### Über die Kommende Lage Klösterliches Leben gibt es auf Lage schon seit Mitte des 13. Jahrhunderts. Graf Otto von Tecklenburg stellte damals seinen Hof dem Johanniterorden zur Verfügung. Die „Kommende Lage“ war geboren und erlebte eine wechselvolle Geschichte, die mit der Auflösung des Klosters 1810 ein vorläufiges Ende fand. Danach wurde die Kommende unter anderem auch als Hotel genutzt, bis sie 1999 durch das Bistum Osnabrück erworben wurde. In das Anwesen zogen Nonnen des Dominikanerordens ein, die dann aber 2020 den Ort altersbedingt verließen. Seit 2021 sind die Franziskaner-Minoriten vor Ort, seit 2024 auch die zwei Schwestern aus dem Klarissen-Orden. Die Wallfahrt in Lage hat ebenfalls eine etwa 800 Jahre alte Tradition. Ihr Kennzeichen ist die Kreuztracht. Gruppen, Familien, Nachbarschaften kommen zur Kirche und tragen das alte, 135 Kilogramm schwere Kreuz um das Gotteshaus. Sie beten dabei meist für andere Menschen, die auch ein Kreuz zu tragen haben, seien es Krankheit oder eine andere schwierige Situation. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück