# FIFA soll Falkland-Banner Argentiniens prüfen Datum: 16.07.2026 22:17 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/fifa-soll-falkland-banner-argentiniens-pruefen-733156/ --- London fordert Untersuchung nach politischer Provokation im WM-Halbfinale Nach dem WM-Halbfinalsieg gegen England hat die argentinische Nationalmannschaft mit einem politischen Banner für Aufsehen gesorgt. Auf einem weißen Laken war die Aufschrift „Las Malvinas son argentinas“ („Die Malvinas sind argentinisch“) zu lesen, die Spieler wie Lisandro Martínez und Giovani Lo Celso auf dem Rasen präsentierten. Die britische Regierung reagierte umgehend und forderte vom Fußball-Weltverband FIFA eine Untersuchung des Vorfalls, wie die Süddeutsche Zeitung und die Sportschau berichten. Wirtschaftsminister Peter Kyle bezeichnete die Aktion als „eklatanten Verstoß“ gegen das Verbot politischer Botschaften im Fußball. Auch Premierminister Keir Starmer unterstützte die Forderung und betonte: „Die WM-Trophäe mag uns nicht gehören, die Falkland-Inseln aber definitiv.“ ## FIFA prüft Disziplinarmaßnahmen nach Banner Die FIFA verbietet bei ihren Wettbewerben politische, ideologische oder religiöse Botschaften. Verstöße können disziplinarische Maßnahmen nach sich ziehen, etwa Geldstrafen oder Sperren. Bisher äußerte sich der Weltverband nicht offiziell, doch ein Sprecher teilte der dpa mit, die unabhängige Disziplinarkommission prüfe die Spielberichte und wäge mögliche Schritte ab. Argentiniens Präsident Javier Milei verteidigte die Spieler und bezeichnete das Banner als Ausdruck eines „tief verwurzelten Gefühls“ in seinem Land. Zugleich betonte er, ein Fußballspiel bleibe ein Fußballspiel und eine Lösung im Falkland-Konflikt sei nur „auf diplomatischem Wege“ möglich. ### Politische Provokationen im Fußball eskalieren Der Vorfall erinnert an frühere politische Provokationen im Fußball. Bei der EM 2024 hatte der spanische Spieler Rodri nach dem Final-Sieg über England den Schlachtruf „Gibraltar ist spanisch“ skandiert, woraufhin die UEFA ihn für ein Länderspiel sperrte. Auch vor dem Halbfinale gegen England war die historische Spannung zwischen beiden Ländern spürbar. Argentiniens Vize-Präsidentin Victoria Villarruel hatte England auf X als „Piraten-Usurpatoren“ bezeichnet und betont, das Spiel sei „kein Spiel wie jedes andere“. Ihr Vater hatte im Falkland-Krieg 1982 für Argentiniens Militärdiktatur gekämpft. ### Falklandkonflikt schwelt seit über 150 Jahren Der Konflikt um die Falklandinseln, die Argentinien als „Malvinas“ beansprucht, reicht bis in das 19. Jahrhundert zurück. 1982 eskalierte er in einem mehr als 70-tägigen Krieg, bei dem rund 1.000 Soldaten starben. Großbritannien betrachtet die Inseln seitdem als britisches Überseegebiet, während Argentinien seine Ansprüche nie aufgegeben hat. Bei einem Referendum 2013 stimmten die Bewohner der Inseln mit großer Mehrheit für den Verbleib beim Vereinigten Königreich. ### Argentinien nutzte angeblich Spickzettel der Engländer Neben der politischen Provokation sorgte auch ein Fund auf dem Spielfeld für Gesprächsstoff. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, entdeckten argentinische Spieler einen Spickzettel des englischen Torwarts Jordan Pickford, auf dem die Schussvorlieben der argentinischen Spieler notiert waren. Bei Lionel Messi lautete der Rat etwa: „Rechts antäuschen, nach links abtauchen.“ Ob dies den Spielausgang beeinflusste, bleibt Spekulation. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück