# FIFA-Krise: Infantino beruft Krisensitzung nach Erpressungsvorwürfen Datum: 05.08.2026 17:46 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/fifa-krise-infantino-beruft-krisensitzung-nach-erpressungsvorwuerfen-739726/ --- Weltverband in der Zange: Jordanien wirft FIFA Erpressung vor, Krisentreffen in Rabat Der Druck auf FIFA-Präsident Gianni Infantino wächst weiter. Der Chef des jordanischen Fußball-Verbandes, Prinz Ali bin al-Hussein, wirft dem Weltverband vor, seinem Team Gelder vorenthalten zu haben. Auf der Plattform X schrieb al-Hussein, ihm sei während der Weltmeisterschaft mündlich mitgeteilt worden, dass es dem jordanischen Verband helfen würde, wenn er Infantino unterstütze. „Wir haben ihn bisher nicht unterstützt und werden das auch jetzt ganz sicher nicht tun. Aber die gesamte Situation läuft auf Erpressung hinaus und wir weigern uns, das zu zulassen“, betonte der Prinz. Die FIFA wurde von der dpa um eine Stellungnahme gebeten, wie die Welt berichtet. Jordanien steht als Zweitplatzierter des FIFA Arab Cups 2025 noch ein Preisgeld von 4,2 Millionen Dollar zu, das laut al-Hussein nicht ausgezahlt wurde – obwohl die FIFA über Milliardenreserven verfüge. ## FIFA-Chef Infantino beruft Krisensitzung ein Infantino hat Medienberichten zufolge für diesen Mittwoch eine Krisensitzung des Weltverbands in die marokkanische Hauptstadt Rabat einberufen, wie die FAZ und der Merkur übereinstimmend melden. An dem Treffen sollen wichtige Mitarbeiter teilnehmen, darunter Generalsekretär Mattias Grafström. Dieser hatte in einer internen Mail von einer „traurigen und tadelnswerten Reihe von Ereignissen“ sowie einem „Aufruhr“ gesprochen, wie die Welt schreibt. Die Zeitung The Times und der Sender Sky berichten, Infantino wolle das Treffen nutzen, um „verzweifelt an der Macht zu bleiben“, wie anonyme Quellen behaupten. ### Investorenpläne der FIFA scheitern am Boykott Die aktuelle Krise wurde durch Infantinos gescheiterte Pläne ausgelöst, Teile der Rechte an Weltmeisterschaften an Investoren zu verkaufen. Der Widerstand formierte sich weltweit, insbesondere in Europa: Die UEFA kündigte einen Boykott aller FIFA-Wettbewerbe an, woraufhin der Weltverband die Pläne schnell wieder verwarf. Dennoch bleibt die Kritik an Infantino laut. Selbst enge Mitarbeiter wie der ehemalige Coach Arsène Wenger, bei der FIFA für die globale Fußball-Entwicklung zuständig, distanzierten sich. Wenger betonte, er habe von den Investorenplänen erst durch Medienberichte erfahren. Infantinos Berater Carlos Cordeiro war bereits in der Vorwoche aus Protest zurückgetreten. ### FIFA verweigert zugesagte Millionen an WM-Städte Zusätzlich zu den Vorwürfen aus Jordanien berichtet das Portal The Athletic, dass mehrere US-Städte, die WM-Spiele ausgerichtet hatten, auf zugesagte Zahlungen der FIFA warten. Vier Vertreter von Gastgeberstädten hätten dem Medium gegenüber anonym erklärt, die FIFA habe ihnen jeweils eine Million Dollar an „Legacy“-Geldern für Infrastruktur und soziale Projekte versprochen – ausgezahlt worden sei jedoch nichts. Die FIFA hat sich zu diesen Vorwürfen bisher nicht geäußert. ### Marokko wird zum Schauplatz der FIFA-Machtkämpfe In Rabat, wo der regionale FIFA-Hauptsitz für Afrika liegt, stehen 2027 der 77. FIFA-Kongress sowie die nächsten Präsidentenwahlen an. Infantino war in der Vorwoche als Gast von König Mohammed VI. öffentlich in der marokkanischen Hauptstadt aufgetreten. Marokko ist einer der Co-Gastgeber der WM 2030. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück