# Fall Fabian: Gina H. will doch Fragen beantworten Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-09-01T12:16:36+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-09-01T13:47:36+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/fall-fabian-gina-h-will-doch-fragen-beantworten-750087/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Angeklagte kündigt überraschend Aussage im Rostocker Prozess an Im Mordprozess um den achtjährigen Fabian aus Güstrow hat die Angeklagte Gina H. überraschend angekündigt, in der kommenden Woche Fragen der Richter und Staatsanwälte zu beantworten. Wie der NDR berichtet, teilte ihr Verteidiger Thomas Löcker am 25. Verhandlungstag vor dem Landgericht Rostock mit, dass seine Mandantin trotz psychischer Belastungen bereit sei, sich zu ihrer langen Aussage vom August zu äußern. Zuvor hatte es geheißen, sie sei dazu nicht in der Lage. Die Befragung soll am nächsten Donnerstag stattfinden und werde für Gina H. „sehr, sehr strapaziös“ sein, so Löcker. Auch n-tv bestätigt die Ankündigung und betont, dass die 30-Jährige die Tatvorwürfe weiterhin abstreitet. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, Fabian am 10. Oktober 2025 an einem Tümpel bei Klein Upahl erstochen und den Leichnam später angezündet zu haben. Als Motiv gilt ihr Verhältnis zu Fabians Vater, mit dem sie zum Tatzeitpunkt nicht mehr liiert war. ## Psychologin soll Verhalten von Gina H. in Haft erklären Parallel dazu wird der Prozess durch weitere Zeugenaussagen und Beweismittel vorangetrieben. Wie der NDR weiter berichtet, soll am aktuellen Verhandlungstag eine Gefängnis-Psychologin vernommen werden, die Gina H. seit ihrer Inhaftierung im November 2025 regelmäßig betreut. Die Psychologin soll Auskunft über das Verhalten der Angeklagten in Untersuchungshaft geben. Zudem werden weitere Sprachnachrichten von Gina H.s Handy und denen ihrer Bekannten im Gerichtssaal vorgespielt. ### Behörden prüfen die nächsten Schritte Unterdessen sorgt ein Video aus den sozialen Medien für Kontroversen zwischen Verteidigung und Nebenklage. Wie tag24.de schreibt, hatte eine Freundin von Fabians Mutter in dem Clip Zeugen aufgefordert, sich zu melden, falls sie nach dem Verschwinden des Jungen am 10. Oktober 2025 verdächtige Beobachtungen gemacht hätten – insbesondere in Klein Upahl. Die Verteidigung argumentiert, das Video könnte Gina H. entlasten, da es bereits vor dem Leichenfund online war und sie möglicherweise durch den Aufruf auf den Fundort aufmerksam wurde. Die Nebenklägerin widerspricht dieser Darstellung und behauptet, das Video sei erst nachträglich von einem „Hobbyermittler“ aus Originalaufnahmen zusammengeschnitten worden. Das Original sei erst vier Tage nach dem Auffinden der Leiche veröffentlicht worden. ### Belasteter Zeuge widerspricht Gina H.s Messer-Vorwürfen Ein weiterer zentraler Zeuge, Olaf K., äußerte sich in einem Interview auf dem YouTube-Kanal „Jens fragt nach“ empört über die jüngsten Aussagen Gina H.s. Wie t-online.de berichtet, hatte die Angeklagte den Zeugen in ihrer Einlassung schwer belastet und als „gerissenen“ Kriminellen dargestellt. Olaf K. widersprach dieser Darstellung vehement und bezeichnete die Vorwürfe als „erstunken und erlogen“. Besonders ging es um ein Messer in seinem Schuppen, das kurz nach der Tat verschwunden und später wieder aufgetaucht war. Gina H. hatte behauptet, sich nicht an das Messer zu erinnern, während Olaf K. betonte, sie habe es sehr wohl gekannt und sogar in der Hand gehalten. ### Gericht lässt widersprüchliches Vernehmungsvideo zu Die Verteidigung hatte zuvor versucht, die Vorführung eines Vernehmungsvideos zu verhindern, in dem Gina H. widersprüchliche Aussagen zu ihrem Fund der Leiche machte. Wie tag24.de schreibt, scheiterte dieser Antrag jedoch. Das Gericht wertete die Aufzeichnungen als zulässiges Beweismittel, obwohl die Verteidigung Verfahrensfehler monierte. Gina H. hatte in dem Video zunächst behauptet, die Leiche zufällig entdeckt zu haben, später aber eingeräumt, bereits in der Nacht zum 13. Oktober 2025 mit einem Freund am Fundort gewesen zu sein. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück