Gibt es eine Lösung für die Iburger Straße jenseits der bislang von Grünen und SPD favorisierten Pläne, je Fahrtrichtung eine Spur entfallen zu lassen und den Verkehr stärker zu beruhigen?
Nach monatelangen Auseinandersetzungen um die Zukunft der Iburger Straße hat der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt (StUA) nun einstimmig ein gemeinsames Maßnahmenpaket mit der Stadtverwaltung beschlossen. Statt eines Grundsatzstreits über Bus- und Radspuren rücken damit zunächst konkrete, vergleichsweise schnell umsetzbare Verbesserungen in den Mittelpunkt. Zugleich soll eine Parallelstrecke für Radfahrer priorisiert werden, die die als Bundesstraße fungierende Iburger Straße meiden möchten.
Verwaltung will vor der Sommerpause erste Maßnahmen umsetzen
Kurzfristig will die Stadtverwaltung noch vor der Sommerpause tätig werden. Im Mittelpunkt stehen kleinere Maßnahmen mit unmittelbarer Wirkung – allerdings voraussichtlich auch zulasten eines Teils der bislang rund 200 Parkplätze entlang der wichtigen Verkehrsachse in den Südkreis. Nach einer detaillierten Prüfung aller Stellplätze sollen einzelne Parkmöglichkeiten entfallen oder verlegt werden. Nach Darstellung der Verwaltung sollen so gefährliche Situationen für Radfahrer zwischen parkenden Autos und dem fließenden Verkehr entschärft werden.
Tempo 30 auf der Iburger Straße künftig zwischen 22 und 6 Uhr
Ergänzt werden sollen diese Schritte durch bessere Markierungen und optimierte Ampelschaltungen für Busse. Zusätzlich soll nachts zwischen 22 und 6 Uhr Tempo 30 gelten. Ein entsprechender Antrag soll an die zuständige Landesbehörde gehen.
Zum Thema: Die Osnabrücker Stadtverwaltung hat selbst keinen genauen Überblick, wie viele Parkplätze in den vergangenen Jahren bereits weggefallen sind.
Veloroute 7 soll deutlich früher ausgebaut werden
Mittelfristig rückt eine bereits länger diskutierte Ausweichroute für den Radverkehr in den Fokus. Die Verwaltung soll die Veloroute 7 deutlich früher als ursprünglich vorgesehen ausbauen und beschildern. Die Strecke führt über die Alte Bauernschaft, entlang des Riedenbachs und über die Teutoburger Straße zur Meller Straße.
Eine vergleichbare Streckenführung war in den vergangenen Tagen bereits Gegenstand eines politischen Streits zwischen CDU und BOB. Beide Seiten beanspruchen die Idee einer solchen Parallelverbindung für sich.
Die künftige Veloroute soll zunächst mit kurzfristigen Verbesserungen attraktiver gemacht werden. In rund eineinhalb Jahren sollen dann weitergehende Planungen für beide Strecken folgen – sowohl für die Ausweichroute als auch für die Iburger Straße selbst. Dabei geht es unter anderem um Veränderungen am Straßenzuschnitt, eine bessere Beleuchtung und die Entschärfung von Unfallstellen.
Einspurigkeit der Iburger Straße durch die Hintertür?
Ungeachtet der nun beschlossenen kurzfristigen Maßnahmen hält die Verwaltung auch längerfristige Änderungen am Straßenprofil weiter für möglich. Dazu zählt nach wie vor die Option, die Iburger Straße in Teilbereichen anders aufzuteilen und vorerst nur stellenweise einspurig zu führen. Damit bleibt eine weitergehende Umgestaltung der Straße grundsätzlich offen, auch wenn sie vorerst nicht im Mittelpunkt der jetzt beschlossenen Schritte steht.
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