# Fahndung nach Stromsabotage-Verdächtigem geht weiter Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-09-07T13:46:41+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-09-07T13:46:41+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/fahndung-nach-stromsabotage-verdaechtigem-geht-weiter-752760/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Polizei sucht 48-Jährigen nach Anschlägen auf Stromnetz in mehreren Bundesländern Die Suche nach dem mutmaßlichen Täter hinter den Sabotageakten am Stromnetz in mehreren Bundesländern dauert an. Wie die Polizei mitteilte, konnte der 48-jährige Verdächtige aus Gevelsberg im südlichen Ruhrgebiet bisher nicht aufgespürt werden. Am Sonntag hatte es einen Großeinsatz im Hambacher Forst nahe Köln gegeben, nachdem dort ein zu einem Wohnmobil umgebauter Lastwagen des Gesuchten entdeckt worden war. Die Beamten fanden jedoch keine Hinweise auf den Mann, wie der WDR berichtete. Auch ein Einsatz an einem Umspannwerk in Wesel am Niederrhein brachte keine neuen Erkenntnisse, obwohl ein Loch im Zaun aufgefallen war. Die Polizei betonte, man sei nun sensibilisiert und fahre vermehrt Streife an solchen Einrichtungen. In Sachsen wurden unterdessen weitere selbstgebaute Abschussvorrichtungen in der Nähe von Hochspannungstrassen entdeckt und entschärft, wie das Landeskriminalamt mitteilte. Damit steige die Zahl der in Sachsen gefundenen Vorrichtungen auf 21. ## Selbstgebaute Raketen legen Kraftwerke lahm Der Verdächtige soll versucht haben, mit selbstgebauten Raketen einen dünnen Draht über Hochspannungsleitungen zu schießen, um Kurzschlüsse auszulösen. In Bergheim bei Köln waren dadurch mehrere Blöcke eines Stromkraftwerks lahmgelegt worden, zu Stromausfällen kam es jedoch nicht. Auch bei Jänschwalde in Brandenburg war ein solcher Angriff erfolgreich. In Berlin-Mitte fiel am Montagmorgen eine Explosion in einem Umspannwerk auf, die zu einem Ausfall von rund 90 Ampeln führte. Nach Angaben des Betreibers 50 Hertz und der Polizei deutet jedoch einiges auf einen technischen Defekt als Ursache hin. ### Bekennerschreiben deuten auf Klimaterrorismus hin Die Ermittler gehen von einem Zusammenhang zwischen den Taten in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen aus. Grund dafür sind zwei Bekennerschreiben, die bei mehreren Medienhäusern eingingen und auch der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) bezeichnete das darin enthaltene Wissen als „eindeutiges Täterwissen“ und vermutet „Klimaterrorismus“ eines Einzeltäters. In den Schreiben heißt es: „Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen ist ein Verbrechen.“ In der Wohnung des Tatverdächtigen hatten die Ermittler Sprengstoff gefunden. ### Fahndung nach Verdächtigem und genutztem Fahrrad Am Samstag veröffentlichten die Behörden einen Fahndungsaufruf mit zwei Fotos des Verdächtigen. Zudem wird nach einem Fahrrad gefahndet, das der Mann möglicherweise genutzt hat. Die Ermittler hoffen auf Hinweise aus der Bevölkerung. In allen drei betroffenen Bundesländern wird noch Braunkohle abgebaut und verstromt, was in den Bekennerschreiben als Motiv genannt wird. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück