# Extreme Hitze in Pflegeheimen gefährdet Gesundheit Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-08-15T01:32:25+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-08-15T01:32:29+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/extreme-hitze-in-pflegeheimen-gefaehrdet-gesundheit-743676/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Eine aktuelle Verdi-Befragung unter Pflegekräften zeigt, dass in vielen Pflegeheimen Temperaturen herrschen, die gegen Arbeitsschutzgesetze verstoßen und gesundheitsgefährdend sind. In der Spitze wurden laut den Messungen bis zu 45 Grad gemessen, mit schweren Folgen für Bewohner und Personal. ## Temperaturen über 30 Grad in fast der Hälfte der Fälle Die Gewerkschaft Verdi hatte 321 Pflegekräfte und Angestellte von Pflegeeinrichtungen gebeten, zwischen dem 30. Juli und 10. August regelmäßig die Raumtemperaturen zu dokumentieren. Dabei kamen 801 Messungen zusammen. Die Medianwerte lagen nachts (1 bis 3 Uhr) bei 26 Grad, frühmorgens (6 bis 8 Uhr) bei 25 Grad und tagsüber bei 28 bis 30 Grad. In der Spitze wurden laut den Messungen bis zu 45 Grad erreicht. Laut Arbeitsschutzgesetz müssen ab 30 Grad wirksame Gegenmaßnahmen ergriffen werden, ab 35 Grad ist ein Raum nicht mehr als Arbeitsraum geeignet. Laut Verdi haben 40,9 Prozent der Beschäftigten, die Temperaturen erfasst haben, mindestens einen Wert über 30 Grad gemeldet, 12,8 Prozent mindestens einen über 35 Grad. Die Belastung durch Hitze bewerteten die Beschäftigten im Schnitt mit 8,2 auf einer Skala von 1 bis 10, der Median lag bei 9. ### Gesundheitliche Folgen für Bewohner Die hohen Temperaturen haben laut Befragung schwerwiegende Auswirkungen: 11 Prozent der Beschäftigten berichteten von Kreislaufzusammenbrüchen bei Bewohnern, 10 Prozent von Fällen von Dehydrierung und 9 Prozent von Todesfällen, die mutmaßlich im Zusammenhang mit der Hitze stehen. Sylvia Bühler, Mitglied im Verdi-Bundesvorstand, sprach von erschreckenden Zuständen. Temperaturen von bis zu 45 Grad seien für Beschäftigte unerträglich und für Bewohner lebensgefährlich. Bund und Länder müssten dringend ein Sofortprogramm für Hitzeschutz und energetische Sanierung auflegen. Zudem würde eine staatliche Finanzierung der Investitionen die Eigenbeiträge der Bewohner senken, die viele überfordern. Bühler kritisierte, die ohnehin knappe Personalausstattung kollabiere in Hitzephasen vollständig. Krankheitsausfälle nähmen zu, während gleichzeitig zusätzliche Schutzmaßnahmen für Bewohner nötig seien – die jedoch Zeit und mehr Personal erforderten. Erschreckend sei, dass Pflegekräfte nachts oft allein für 100 oder mehr Bewohner zuständig seien. Professionelle Pflege sei so nicht möglich. Die Bundesregierung müsse ihre Pläne zur Pflegeversicherung überarbeiten und bedarfsgerechte, vollständig refinanzierte Personaleinsatzvorgaben schaffen. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück