# Experten fordern Nato-Konsultationen nach Drohnenangriff Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-08-29T13:12:10+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-08-29T13:12:15+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/experten-fordern-nato-konsultationen-nach-drohnenangriff-748857/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Sicherheitsexperten und Bundestagsabgeordnete verlangen, die Nato soll sich mit dem Drohnenangriff auf den Leipziger Flughafen Anfang August befassen. Sie plädieren für die Aktivierung von Artikel 4 des Bündnisvertrags. Auch weitere hybride Angriffe in Europa machen die Forderung dringlich. ## Artikel 4 als Reaktion auf hybride Bedrohungen Der frühere BND-Vizepräsident und spätere Nato-Generalsekretär Arndt Freytag von Loringhoven sagte der „Süddeutschen Zeitung“, alles spreche dafür, Artikel 4 zu aktivieren. Auch vor dem Hintergrund der Zunahme hybrider Angriffe in Europa sei dies zwingend. Artikel 4 sieht Konsultationen vor, wenn ein Alliierter die Unversehrtheit des Gebiets, die politische Unabhängigkeit oder die Sicherheit eines Partners als bedroht ansieht. Anders als Artikel 5 löst er nicht den Bündnisfall aus. ### Unterstützung aus dem Bundestag Der CDU-Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter hält die Ausrufung von Konsultationen nach Artikel 4 angesichts von Sabotageakten, Anschlägen auf Munitionsfabriken und Drohnenvorfällen auf europäischem Boden für folgerichtig. ### Warnung vor zu schwachen Gegenmaßnahmen Nach der Ankündigung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), die Urheber des Drohnenangriffs auf den Leipziger Flughafen in Kürze zu nennen, warnen Experten vor zu laschen Reaktionen. Jan Stöckmann von der DGAP sagte der „Süddeutschen Zeitung“, ein weiteres Einbestellen des russischen Botschafters werde Moskau kaum abschrecken. Freytag von Loringhoven warnte, ohne Taten nach den Worten des Kanzlers werde dies in Moskau als Schwäche verstanden. Merz hatte während der Kabinettsklausur in Neuhardenberg erklärt, die Urheber hybrider Angriffe würden bezahlen, ohne Einzelheiten zu nennen. Kiesewetter betonte, Putin überrasche man nicht mit Protestnoten, sondern mit strategischer Entschlossenheit. Er fordert verstärkte, unangekündigte Schutz- und Luftverteidigungsübungen an gefährdeten Flanken sowie "die sofortige Schließung von Spionage- und Einflusszentren wie dem Russischen Haus in Berlin, eine strikte Begrenzung der Bewegungsfreiheit russischer Diplomaten sowie das rigorose Stoppen der russischen Schattenflotte". --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück