# Ex-SPD-Chef Beck warnt Ampel vor Reform-Überlastung Datum: 14.06.2026 01:09 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/ex-spd-chef-beck-warnt-ampel-vor-reform-ueberlastung-722342/ --- Der frühere SPD-Chef Kurt Beck warnt die Bundesregierung vor einer Überforderung durch die geplanten Reformen und kritisiert den von der Koalition selbst gesetzten engen Zeitplan. Gleichzeitig mahnt er an, die Entscheidungen nicht auf unbestimmte Zeit zu vertagen, um den Vertrauensverlust in die Handlungsfähigkeit der Regierung nicht zu vergrößern. ## Warnung vor Überforderung durch Reformtempo Der frühere SPD-Vorsitzende Kurt Beck hat die Bundesregierung vor einer Überforderung bei den geplanten Reformen gewarnt. „Die Gefahr ist groß, sich zu verheddern“, sagte Beck den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Wenn man in der Politik einen solchen extremen Termindruck selbst herbeiführe, habe man einen Fehler gemacht. Die Entscheidungen dürften nicht „bis zum Sankt Nimmerleinstag“ verschoben werden, so Beck. „Aber diese Riesenreformen in so kurzer Zeit zu beschließen, tut bei diesen komplexen Themen der Sache nicht gut.“ ### Debatte über Zeitplan der Koalition Andreas Bovenschulte (SPD), Bundesratspräsident und Bremens Regierungschef, hatte zuvor gewarnt, dass sich die Koalition mit dem Vorhaben übernehmen könnte, die Reformen bis zur Sommerpause zu beschließen. „Ich teile die Besorgnis“, sagte Beck den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Die Beschlüsse zu verschieben, etwa bis nach den Wahlen in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern im September, sei nach Ansicht des früheren rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten aber keine Option mehr. „Das würde als Scheitern betrachtet werden und die Zweifel bei den Menschen, ob die Regierung das hinbekommt, ins Unermessliche steigern“, sagte Beck der Funke-Mediengruppe. „Der Fehler der engen Taktung ist gemacht.“ ### Appell zu Kompromissbereitschaft und ausgewogener Belastung Aus seiner eigenen Erfahrung riet Beck angesichts der schwierigen Verhandlungen in der Koalition dazu, sich in die Lage des Gegenübers hinzudenken. „Als Politiker muss man sich in den Koalitionspartner hineinversetzen und überlegen, was der nicht mitmachen kann. So läuft man nicht in eine Sackgasse, aus der es keinen Ausweg gibt“, sagte Beck den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Mit Blick auf die Sozialreformen sagte der frühere SPD-Vorsitzende, Belastungen würden nicht zu vermeiden sein. Diese dürften aber nicht einseitig verteilt sein. „Alle müssen einen Beitrag leisten – und zwar nach Leistungsfähigkeit“, forderte Beck. „Für mich heißt das auch, dass pflegebedürftige Menschen von der Gemeinschaft unterstützt werden. Deswegen brauchen wir einen steuerfinanzierten Beitrag zur Pflege, um die Kosten für die Betroffenen zu dämpfen.“ Beim Renteneintrittsalter hält der SPD-Politiker „in vertretbaren Grenzen“ eine Anhebung für möglich. „Ich halte aber nichts von starren Altersgrenzen. Die Härte der Arbeit und der Stress eines Jobs müssen eine Rolle spielen.“ ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück