# Ex-Caritas-Chef kritisiert Rentenregelung für Gutverdiener Datum: 07.08.2026 07:52 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/ex-caritas-chef-kritisiert-rentenregelung-fuer-gutverdiener-740392/ --- Der frühere Caritas-Chef Georg Cremer widerspricht der Kritik der Ministerpräsidenten an den Reformvorschlägen der Rentenkommission. Die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren begünstige vor allem Gutverdiener, so seine Argumentation. ## Kritik an sozialer Gerechtigkeit Cremer sagte dem "Focus", die Politik mache Gutverdienern ein Geschenk zu Lasten der Allgemeinheit. Die abschlagsfreie Rente nach 45 Jahren nutze vor allem diesen Personenkreis. „Diejenigen, die die abschlagsfreie Rente nutzen, haben – allein schon wegen der langen Versicherungszeit – deutlich höhere Renten als diejenigen, die diese Regelung nicht nutzen können“, erklärte er. Viele Erwerbstätige mit hoher Belastung, etwa Dachdecker, erreichten die 45 Jahre nicht. „Gerade der sprichwörtliche Dachdecker wird daher eben nicht erreicht.“ Seit Einführung der Regelung hätten fast drei Millionen Neurentner sie genutzt, so Cremer. Darunter seien viele gesunde und gut qualifizierte Erwerbstätige, die aus freien Stücken und nicht aus Erschöpfung aufgehört hätten. Da Rentner ohne Begrenzung hinzuverdienen könnten, bestehe ein Anreiz, die Rente frühestmöglich zu beziehen. Für Menschen, die gesundheitsbedingt nicht bis zum Regelrentenalter arbeiten könnten, schlägt die Kommission eine Härtefallregelung mit individueller Gesundheitsprüfung vor. "Die Kommission war also nicht sozial blind", so Cremer. Die Argumentation der Ministerpräsidenten, die Regelung würdige die Lebensleistung, wies Cremer zurück. "Verdient man nach 42 Jahren weniger Respekt?" Die Grenze von 45 Jahren sei willkürlich und werde moralisch überhöht. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück