# EVG wirft Bahn-Chefin Palla Planlosigkeit beim Konzernumbau vor Datum: 24.04.2026 16:39 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/evg-wirft-bahn-chefin-palla-planlosigkeit-beim-konzernumbau-vor-706494/ --- Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat scharfe Kritik an Bahn-Chefin Evelyn Palla und ihren Plänen für den Konzernumbau geübt. In einem Brief an die Unternehmensführung werfen Vertreter der Belegschaft dem Vorstand vor, den Konzern ohne klares Zielbild umbauen zu wollen und damit Arbeitsplätze zu gefährden. Besonders im Fokus steht die defizitäre Konzerntochter DB Services, deren Zukunft weiterhin unklar ist. ## EVG wirft Bahn-Führung Planlosigkeit vor In einem Schreiben des stellvertretenden EVG-Vorsitzenden Kristian Loroch und des Gesamtbetriebsratsvorsitzenden der Bahn-Tochter DB Services Caner Cengiz, über das die „Süddeutsche Zeitung“ (Samstagausgabe) berichtet, kritisieren die Autoren die bisherige Strategie der neuen Bahn-Chefin. Zwar habe Evelyn Palla angekündigt, den Konzern „auf links drehen“ zu wollen, das geschehe jedoch „bisher ohne erkennbares Zielbild“, heißt es in dem Brief. Besonders betroffen sei die defizitäre Konzerntochter DB Services. Diese sollte den Angaben zufolge zunächst verkauft werden, dann doch nicht, anschließend sollten bestimmte Geschäftsbereiche in die Töchter DB Regio und DB Fernverkehr integriert werden. Nun jedoch sei dem Gesamtbetriebsrat und der EVG „nach monatelanger Beschäftigung“ mit dem Thema mitgeteilt worden, dass „man sich `verrechnet` bzw. `verplant` habe“, heißt es in dem Brief an Palla und ihren Personalvorstand Martin Seiler. ### Kritik an „Rolle rückwärts ins Ungewisse“ Die geplante Aufteilung von DB Services sei demnach „unwirtschaftlich und operativ nahezu unmöglich“, so geben es Loroch und Cengiz in dem Schreiben wieder. „Nachdem wir uns auf eine Richtung gemeinsam verständigt haben, droht jetzt wieder die Rolle rückwärts ins Ungewisse. Es ist als Konzernvorstand unredlich, durch eine solche Verunsicherung und Planlosigkeit die Arbeitsplätze jener Menschen aufs Spiel zu setzen“, schreiben Loroch und Cengiz. Die Beschäftigten seien „massiv verunsichert“ von dem ganzen Hin und Her. In dem Brief wird zudem die grundsätzliche Herangehensweise des Konzernvorstands infrage gestellt. Die Frage sei doch, warum sich der Konzernvorstand nicht zunächst seiner Kernaufgabe widme, „nämlich ein klares Zielbild und eine strategische Ausrichtung zu entwickeln und prüft anschließend deren Machbarkeit und Plausibilität“, heißt es weiter. ### Vorstandsklausur soll Zielbild klären Nach Angaben der „Süddeutschen Zeitung“ hat der Vorstand nun vor, genau dieses Zielbild zu erarbeiten. Für kommenden Montag hat Bahn-Chefin Palla demnach eine ganztägige Vorstandsklausur einberufen. Auf der sollen die einzelnen Zielbilder, die sie und ihre vier Vorstandskollegen entwickelt haben, übereinandergelegt und in ein schlüssiges Gesamtkonzept gegossen werden. Aus Sicht von Kristian Loroch kommt dieser Schritt jedoch deutlich zu spät. „Was hier passiert, ist ein Organversagen“, sagte er der Zeitung. „Das setzt sich leider fort aus der Ära Lutz. Der Vorstand als Ganzer ist jetzt gefordert, Verantwortung zu übernehmen.“ ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück