# EVG droht mit bundesweitem Sicherheitsstreik Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-08-23T00:32:20+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-08-23T00:32:25+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/evg-droht-mit-bundesweitem-sicherheitsstreik-746450/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Die Bahngewerkschaft EVG will im Januar den Regionalverkehr lahmlegen, falls die Bundesregierung einen Gesetzentwurf zu Strafverschärfungen für Bahnmitarbeiter nicht bis Jahresende einbringt. Auslöser ist die tödliche Attacke auf Zugbegleiter Serkan Calar. ## Gewerkschaft wirft Regierung Untätigkeit vor EVG-Chef Martin Burkert kritisierte in der Bild am Sonntag, die Politik habe nach dem Tod eines Zugbegleiters vor einem halben Jahr nur betroffene Gesichter und große Worte gezeigt, aber keine Taten folgen lassen. „Das versprochene Gesetz für härtere Strafen bei Angriffen auf Zugpersonal muss noch in diesem Jahr in den Bundestag, sonst legen wir im Januar den Betrieb lahm“. Die Regierung betreibe Arbeitsverweigerung, so Burkert. Die Eisenbahner zahlten dafür mit ihrer Gesundheit oder gar ihrem Leben. Die Politiker hätten Serkan Calar vergessen, die Gewerkschaft nicht. ### Strafverschärfung für Bahnmitarbeiter in Aussicht gestellt Beim Bahn-Sicherheitsgipfel im Februar hatte die Bundesregierung in Aussicht gestellt, dass Bahnmitarbeiter als besonders gefährdete Berufsgruppe in den Gesetzentwurf von Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) für Strafverschärfungen bei Angriffen auf Sanitäter, Feuerwehrleute, Ärzte und Pfleger aufgenommen werden sollen. Der Entwurf sieht vor, das Mindeststrafmaß bei Angriffen von drei auf sechs Monate Freiheitsstrafe zu verdoppeln. Ein Sprecher des Justizministeriums erklärte auf Nachfrage, der Gesetzentwurf befinde sich noch in der regierungsinternen Abstimmung, berichtet die Bild am Sonntag. Dem Ergebnis wolle man nicht vorgreifen. Ziel sei es, dass der Bundestag den Entwurf noch in diesem Jahr beraten und gegebenenfalls beschließen könne. Ob Zugbegleiter aufgenommen werden, ließ der Sprecher offen. ### Drohung mit Streik ab Januar Sollte der Gesetzentwurf nicht bis Jahresende eingebracht werden, verweigern die EVG-Betriebsräte die Zustimmung zu den Januar-Dienstplänen bei DB Regio und privaten Regionalbahnen. Das Personal könnte dann deutschlandweit nicht antreten, Millionen Pendler wären betroffen. Ralf Damde, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats bei DB Regio, sagte der Bild am Sonntag: „Es reicht. Statistisch gesehen werden jeden Tag acht Kollegen im Dienst angegriffen. Keiner weiß vor seiner Schicht, ob er wieder gesund nach Hause kommt. Wenn das Gesetz weiter Staub im Ministerium ansetzt, verweigern wir als Betriebsräte die Zustimmung zu den Dienstplänen. Der Politik-Stillstand wird dann zum Zug-Stillstand“. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück