Mit etwas Glück haben die Anwohner rund um das Osnabrücker Lokviertel keine neuen Evakuierungen zu erwarten. Zwei amerikanische Fliegerbomben sorgten am Sonntag für die vorerst letzte große Evakuierungsaktion in Osnabrück.
Nachdem das Evakuierungsgebiet am Sonntagmorgen vollständig geräumt worden war, konnten die Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes gegen 12:00 Uhr die beiden Verdachtspunkte untersuchen und identifizieren.
Beim ersten Verdachtspunkt handelte es sich um eine amerikanische 100-lbs-Bombe mit einem Gewicht von rund 50 Kilogramm und Heckaufschlagszünder. Die Bombe konnte erfolgreich entschärft werden.
Auch der zweite Verdachtspunkt stellte sich als amerikanische 100-lbs-Bombe mit Heckaufschlagszünder heraus. Allerdings war der Zünder beschädigt, sodass eine Entschärfung vor Ort nicht möglich war. Die Bombe musste deshalb kontrolliert gesprengt werden.
Nach der Entschärfung der ersten Bombe und der anschließenden Sprengung der zweiten konnte die Evakuierungsmaßnahme kurz vor 15:00 Uhr beendet werden. Die rund 1.600 betroffenen Anwohner durften anschließend in ihre Wohnungen und Häuser zurückkehren.
Acht Einsätze seit November 2024
Mit dem Abschluss der heutigen Maßnahme endet vorerst ein außergewöhnlich intensiver Abschnitt der Kampfmittelbeseitigung im Bereich des Lokviertels. Insgesamt musste der Kampfmittelbeseitigungsdienst seit November 2024 achtmal anrücken.
Nach Abschluss der Arbeiten am Sonntag haben die Sprengmeister insgesamt 23 Blindgänger unschädlich gemacht. Fünf der Maßnahmen waren geplant und frühzeitig angekündigt worden. Dreimal mussten Anwohner jedoch kurzfristig ihre Wohnungen verlassen, weil Blindgänger überraschend entdeckt wurden und eine sofortige Entschärfung erforderlich war.
Die größte Evakuierung fand am 1. Juli 2025 statt. Damals waren rund 20.000 Menschen betroffen. Die jetzige Maßnahme mit 1.594 Evakuierten war dagegen die kleinste der bisherigen Evakuierungen im Zusammenhang mit den Kampfmittelfunden im Lokviertel.
Mit der nun abgeschlossenen Untersuchung der Verdachtspunkte ist das Lokviertel nach Angaben der Stadt vollständig auf Kampfmittel sondiert worden. Ob damit tatsächlich das Ende der Evakuierungen erreicht ist, wird sich zwar erst in den kommenden Jahren zeigen. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Arbeiten am Sonntag gibt es jedoch zumindest Anlass zur Hoffnung, dass die Anwohner vorerst von weiteren Bombenfunden verschont bleiben.
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