# Europa unzureichend auf Drohnenbedrohung vorbereitet Datum: 09.08.2026 01:22 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/europa-unzureichend-auf-drohnenbedrohung-vorbereitet-741056/ --- Eine gemeinsame Studie des International Institute for Strategic Studies und der Hanns-Seidel-Stiftung attestiert Europa gravierende Defizite bei der Abwehr unbemannter Luftfahrzeuge. Zwischen August 2024 und Februar 2026 wurden UAVs in zwölf NATO-Staaten sowie Irland gesichtet. Die Kampagne wird mit hoher Wahrscheinlichkeit Russland zugeschrieben. ## Studie benennt strukturelle Schwächen Die Studie über "Russlands UAV-Kampagne über Europa" führt aus: "Die Erkennung ist uneinheitlich, rechtliche Zuständigkeiten sind fragmentiert, Reaktionsmöglichkeiten sind häufig unverhältnismäßig, und die Zuordnung der Verantwortlichkeit erfolgt weiterhin zu langsam, um eine rechtzeitige Abschreckung zu ermöglichen", heißt es in dem Papier, aus dem der "Tagesspiegel" zitiert. "Wir bewerten es als wahrscheinlich, dass mit Russland verbundene Schiffe und die sogenannte ‚Schattenflotte` als Start- und Rückholplattformen für UAVs genutzt wurden, als Teil des umfassenderen unkonventionellen Krieges des Kremls gegen Europa". ### EDDI soll Abwehr verbessern – aber mit Grenzen Die European Drone Defence Initiative (EDDI) strebt eine europaweite 360-Grad-Architektur zur Drohnenabwehr an. Eine anfängliche Einsatzfähigkeit ist bis Ende 2026 geplant. Doch das Europäische Parlament konstatierte im Januar 2026, dass es der Initiative an Agilität und doktrinärer Geschlossenheit fehle, um skalierbare Ergebnisse zu liefern. "Entscheidend ist, dass selbst eine vollständig einsatzfähige EDDI das UAV erst bekämpfen kann, sobald es in den europäischen Luftraum eingedrungen ist – sie besitzt jedoch kein Mandat gegenüber dem Schiff, von dem aus es gestartet wurde", wird in der Studie betont. Klaus Holetschek, Vorsitzender der Hanns-Seidel-Stiftung, bezeichnete die Lage als alarmierend. „Auch wenn eine direkte Attribution schwierig ist, kommt die Studie zu dem Schluss, dass wahrscheinlich Russland hinter einer koordinierten UAV-Kampagne in Europa steht“, sagte er dem „Tagesspiegel“. Zudem sei Europa auf diese Form hybrider Bedrohung nicht ausreichend vorbereitet. Die Erkennung sei uneinheitlich, rechtliche Befugnisse fragmentiert, Reaktionsmöglichkeiten häufig ungeeignet und die Attribution dauere zu lange. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück