# EU-Schulden für Ukraine-Hilfe steigen stark Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-11-07T01:32:05+01:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-11-07T01:32:09+01:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/eu-schulden-fuer-ukraine-hilfe-steigen-stark-775275/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Die EU könnte für die finanzielle Unterstützung der Ukraine bald insgesamt 200 Milliarden Euro an gemeinsamen Schulden aufnehmen. Aktuelle Berechnungen zeigen, dass zusätzlich zu den bereits überwiesenen 166 Milliarden Euro weitere 40 Milliarden Euro nötig sein könnten. Alternative Finanzierungsquellen fehlen weitgehend. ## Finanzbedarf und geplante Mittel Laut Berechnungen der "Welt am Sonntag" auf Basis von Daten der EU-Kommission könnte die EU bis zu 200 Milliarden Euro an gemeinsamen Krediten für die Ukraine-Hilfe bereitstellen. Bisher wurden bereits 166 Milliarden Euro überwiesen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte kürzlich einen zusätzlichen Finanzbedarf von 70 Milliarden Euro angemeldet. Davon sollen nach aktuellen Planungen 46 Milliarden Euro von der EU übernommen werden. Ein Teil der Mittel soll aus Zinsen finanziert werden, die auf eingefrorene russische Vermögen in Europa anfallen. Diese betragen jährlich etwa vier Milliarden Euro. Da der Kapitalstock dieser Vermögen aus rechtlichen Gründen nicht angetastet werden darf, gilt die Aufnahme neuer Schulden als wahrscheinlichste Lösung. ### Kritik und Forderungen aus der Politik Der Linken-Politiker Dietmar Bartsch lehnt weitere Ukraine-Hilfen ab, solange diese zu Lasten der Bürger in Deutschland gehen. Der Bürger dürfe finanziell nicht für Putins Krieg büßen. Zudem forderte Bartsch, dass die Hilfen nicht zu Sozialkürzungen in Deutschland führen dürften. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und die EU müssten endlich eine aktive Rolle in Friedensverhandlungen übernehmen, so Bartsch. Marcel Fratzscher, Leiter des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), spricht sich hingegen für gemeinsame europäische Anleihen aus. Diese sollten langfristig durch gemeinsame Steuern finanziert werden. Entscheidend sollten dabei der Finanzierungsbedarf, die wirksame Verwendung der Mittel sowie die langfristigen wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Interessen Europas sein. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück