# EU erlaubt doppelte Stromhilfen: Deutschland zahlt Milliarde extra Datum: 09.06.2026 14:59 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/eu-erlaubt-doppelte-stromhilfen-deutschland-zahlt-milliarde-extra-720801/ --- Die EU-Kommission erlaubt Deutschland großzügigere Entlastungen beim Industriestrompreis als bisher vorgesehen. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) kündigt deshalb zusätzliche Ausgaben von rund einer Milliarde Euro im Bundeshaushalt an und fordert, diese Mittel einzuplanen. Die neuen Spielräume Brüssels treffen auf laufende Verhandlungen über den Haushalt, in dem Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) eine milliardenschwere Lücke schließen muss. ## Mehr Spielraum für Entlastungen beim Industriestrompreis Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) rechnet aufgrund neuer Vorgaben aus Brüssel mit deutlich höheren Ausgaben des Bundes für die Entlastung der Wirtschaft bei den Stromkosten. Die EU-Kommission ermögliche der deutschen Wirtschaft stärkere Entlastungen beim Strompreis als bislang geplant, sagte Reiche dem „Handelsblatt“. Daher kämen höhere Belastungen auf den Bundeshaushalt zu. Es sei deshalb dringend erforderlich, weitere Mittel einzuplanen. Der Verhandlungserfolg in Brüssel beim Industriestrompreis erfordere zusätzliche Haushaltsmittel von rund einer Milliarde Euro. „Diese müssen wir bereitstellen“, sagte Reiche dem „Handelsblatt“. ### Kumulierbarkeit von Förderinstrumenten ab 2026 Der Grund für die zusätzlich benötigten Mittel liegt nach Angaben des Wirtschaftsministeriums in der künftigen Kombination zweier Förderinstrumente. Es sei dem Wirtschaftsministerium gelungen, für 2026 die „Kumulierbarkeit“ von Industriestrompreis und Strompreiskompensation zu ermöglichen, sagte Reiche dem „Handelsblatt“. Während der Industriestrompreis neu eingeführt wird, entlastet die Strompreiskompensation Unternehmen schon länger von CO2-Kosten. Eine gleichzeitige Nutzung der beiden Instrumente schien durch das EU-Recht bislang strikt ausgeschlossen, jetzt aber kommt es anders. „Die Kommission ist unserer Argumentation in diesem Punkt gefolgt, dass dieser Schritt angesichts der enorm hohen Energiepreise durch die aktuelle Krise notwendig ist“, sagte Reiche dem „Handelsblatt“. ### Haushaltsverhandlungen und Sorge um den Standort Die Aussagen der Wirtschaftsministerin fallen in eine Phase intensiver Verhandlungen über den Bundeshaushalt, bei denen Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) eine milliardenschwere Haushaltslücke schließen muss. Mit Blick auf die Stromentlastungen argumentierte Reiche, Kürzungen würden zulasten der Industrie und auch zulasten von Arbeitsplätzen in Deutschland gehen. „Das kann in der aktuellen Lage keiner wollen.“ Das wäre „schlicht eine Standortgefährdung“, sagte Reiche dem „Handelsblatt“. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück