# EU-Digitalkommissarin fordert gemeinsame KI-Exportregeln und europäische Souveränität Datum: 24.06.2026 12:59 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/eu-digitalkommissarin-fordert-gemeinsame-ki-exportregeln-und-europaeische-souveraenitaet-725423/ --- EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen hat die jüngsten US-Exportbeschränkungen für KI-Modelle des Unternehmens Anthropic kritisiert. Sie fordert, sicherheitspolitisch begründete Maßnahmen im Bereich Künstliche Intelligenz international abzustimmen und zugleich europäische Kapazitäten zu stärken. EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen sagte der „Süddeutschen Zeitung“, sie halte die Exportkontrollen der Amerikaner „nicht für die richtige Herangehensweise“. Sollten Maßnahmen aufgrund von Sicherheitsrisiken notwendig sein, müssten diese aus ihrer Sicht gemeinsam mit internationalen Partnern abgestimmt werden, so Virkkunen in der „Süddeutschen Zeitung“. ## Ruf nach europäischer technologischer Souveränität Der Fall verdeutliche zugleich die Notwendigkeit, eigene europäische KI-Kapazitäten zu entwickeln, erklärte Virkkunen der „Süddeutschen Zeitung“. Die EU hinke bei der technologischen Souveränität hinterher. Vor diesem Hintergrund hatte die EU-Kommission zuletzt mit dem Tech Sovereignty Package ein Maßnahmenpaket zur Stärkung der digitalen Unabhängigkeit vorgestellt. „Uns war es wichtig, klarzumachen: Souveränität heißt nicht Protektionismus“, sagte Virkkunen der „Süddeutschen Zeitung“. Die Kommissionsvizepräsidentin warnt zugleich vor „gefährlichen Abhängigkeiten“. Niemand dürfe den „Kill Switch“ zu der kritischen Infrastruktur Europas haben, betonte sie gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“. ### Internationale Kooperation bei KI-Regulierung Wie lange die Anthropic-Modelle blockiert bleiben, sei jedoch „eine Entscheidung der Amerikaner“, so Virkkunen in der „Süddeutschen Zeitung“. „Demokraten müssen beim Thema KI zusammenarbeiten“, fordert sie in dem Interview. Sie beobachte weltweit ein Umdenken im Umgang mit KI, berichtete Virkkunen der „Süddeutschen Zeitung“. Staaten, die lange Zeit auf eine weitgehende Regulierung verzichtet hätten, nähmen die Sicherheitsrisiken inzwischen stärker wahr. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück