# EU-Corona-Hilfen belasten Deutschland mit 150 Milliarden Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-08-30T05:22:05+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-08-30T05:22:09+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/eu-corona-hilfen-belasten-deutschland-mit-150-milliarden-749106/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Die EU-Corona-Hilfen werden den deutschen Steuerzahler in den nächsten Jahrzehnten voraussichtlich rund 150 Milliarden Euro kosten. Bis 2058 summieren sich Tilgung und Zinsen des EU-Wiederaufbaufonds auf 649 bis 681 Milliarden Euro, wobei Deutschlands Anteil bei 145 bis 154 Milliarden Euro liegen könnte. ## Prognose mit Unsicherheiten Die Belastung für Deutschland ergibt sich aus dem aktuellen Anteil am EU-Haushalt von 22,6 Prozent, den die Bundesregierung angibt. Pro Jahr wären das rechnerisch etwa fünf Milliarden Euro. Allein im Haushaltszeitraum 2028 bis 2034 werden für Zins und Tilgung zwischen 140 und 168 Milliarden Euro fällig, wobei der deutsche Anteil zwischen 32 und 38 Milliarden Euro läge. Für den laufenden Haushalt von 2021 bis 2027 haben sich die veranschlagten Kosten bereits von 15 auf 28 Milliarden Euro knapp verdoppelt. Die genauen Belastungen hängen von der Zinsentwicklung und dem künftigen deutschen Anteil am EU-Haushalt ab, der sich an der Wirtschaftskraft bemisst. ### Verteilung und Kritik Mehr als die Hälfte der Gelder sind Zuschüsse für Empfängerländer wie Spanien und Italien, die zwischen 2028 und 2058 von der EU an die Gläubiger zurückgezahlt werden müssen. Die größten Nettozahler sind neben Deutschland Frankreich und die Niederlande. Die Berechnungen basieren auf einem Zuschussvolumen von 421 Milliarden Euro. Der FDP-Europaabgeordnete "Welt am Sonntag" kritisierte, Deutschland hafte als größter Nettozahler mit zweistelligen Milliardenbeträgen, obwohl die deutsche Wirtschaft seit der Pandemie deutlich schlechter gelaufen sei als die vieler Empfängerländer. Deutschland bezahle so die schuldenfinanzierten Programme anderer Staaten, während es selbst wirtschaftlich zurückfalle. Zudem seien Mittel in fragwürdiger Weise eingesetzt worden. ### CSU-Position zu europäischer Schuldenpolitik Auch Monika Hohlmeier, Europaabgeordnete der CSU, übte scharfe Kritik. Die EU-Staaten hätten den Corona-Fonds zur Vorbereitung auf künftige Krisen nutzen sollen, doch viel Geld dürfe einfach in nationalen Haushalten versickert sein. Sie fragte sich, ob die Krankenhäuser in Spanien oder Italien jetzt wirklich besser für die nächste Pandemie gewappnet seien. Das sei vermutlich kaum der Fall. Der Fonds lehre, so Hohlmeier, dass gemeinsame europäische Schulden keine gute Idee seien, auch wenn manche Nettoempfänger sie noch so sehr wollten. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück