# ESA-Chef lehnt Mondmission in zehn Jahren ab Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-09-12T12:42:05+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-09-12T12:42:09+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/esa-chef-lehnt-mondmission-in-zehn-jahren-ab-754780/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Josef Aschbacher, Chef der Europäischen Weltraumagentur ESA, widerspricht dem Ziel von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, binnen eines Jahrzehnts eine bemannte europäische Mondmission zu starten. Stattdessen hält er erdnahe Missionen für realistisch. ## Europas Ambitionen im All wachsen In einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" betonte Aschbacher, dass europäische Astronauten in zehn Jahren zwar in den Weltraum gebracht werden könnten, aber zunächst nur in eine erdnahe Umlaufbahn zu einer Raumstation. "Nicht zum Mond, sondern zunächst zum Low Earth Orbit, also in eine erdnahe Umlaufbahn, zu einer Raumstation", erklärte der ESA-Chef. "Das ist eine Vorstufe für einen Flug zum Mond und darüber hinaus." Den geglückten Start der Rakete des Münchner Start-ups Isar Aerospace kurz vor dem Weltraumgipfel in Paris wertete Aschbacher als „einen sehr großen symbolischen Wert“, zumal das Ereignis unmittelbar vor dem Treffen stattfand. Das Unternehmen soll „noch einmal 200 Millionen Euro für die weitere Entwicklung“ bekommen. ### Gipfel in Paris als Erfolg gewertet Das Treffen in der französischen Hauptstadt mit rund 2.000 Teilnehmern aus Politik und Wirtschaft, das Europas Weltraumambitionen einen Schub verschaffen soll, war aus Sicht Aschbachers erfolgreich. "Europa wacht jetzt auf", sagte er. Bisher hätten die USA fünfmal mehr für ihre Aktivitäten im Weltall investiert, aber nun würden auch in Europa mehr Mittel zur Verfügung gestellt, um in Konkurrenz mit den USA und China treten zu können. ### Zusammenarbeit trotz Differenzen Aschbacher sprach sich für klare Regeln im Weltraum wie beim Flugverkehr aus – was die USA ablehnen. Dass auf Druck des Weißen Hauses Branchengrößen wie Elon Musks Space X ihre Teilnahme abgesagt haben, wertet Aschbacher nicht als Zeichen für eine generelle Verweigerung. Auf der praktischen Ebene funktioniere die Zusammenarbeit zwischen Europa und den USA sehr gut. Aschbacher beschrieb, dass die ESA ein "Beobachtungssystem mit hochauflösenden Satelliten" aufbaut, um der hybriden Bedrohung durch Russland etwas entgegenzusetzen. So könnten vielleicht Vorfälle wie in Leipzig verhindert werden. "Im Idealfall könnte man 2030 alle 20 bis 30 Minuten von jedem Ort der Welt ein Bild bekommen und sogar automatisch mit künstlicher Intelligenz erkennen, wenn sich irgendwas Verdächtiges bewegt", sagte er. "Wir haben bereits 1,2 Milliarden Euro für dieses Programm bekommen. Aber klar ist, es braucht noch Zeit, bis ein volloperationelles System aufgebaut ist." --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück