# Ersatzkassen fordern Reformen gegen Milliardenlücke in Kranken- und Pflegekassen Datum: 28.01.2026 11:05 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/ersatzkassen-fordern-reformen-gegen-milliardenluecke-in-kranken-und-pflegekassen-680381/ --- Der Verband der Ersatzkassen (vdek) warnt angesichts der angespannten Finanzlage der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der sozialen Pflegeversicherung (SPV) vor weiter steigenden Beitragssätzen. In Berlin forderte der Verband eine streng an der Einnahmenentwicklung orientierte Ausgabenpolitik, eine bessere Steuerung der Versorgung und eine stärkere Beteiligung des Staates an versicherungsfremden Leistungen. ## Rekordausgaben in GKV und SPV erwartet Angesichts der zugespitzten finanziellen Lage der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der sozialen Pflegeversicherung (SPV) fordert der Verband der Ersatzkassen (vdek) eine strikte Orientierung der Ausgaben an der Einnahmenentwicklung sowie eine bessere Steuerung der Versorgung. Zudem soll die gesamtgesellschaftliche Verantwortung bei der Finanzierung versicherungsfremder Leistungen gestärkt werden, teilte der Verband am Mittwoch in Berlin mit. Nach Angaben des vdek sollen die Ausgaben der GKV im Jahr 2026 ein Rekordniveau von rund 370 Milliarden Euro erreichen. Gleichzeitig werde die SPV mit rund 80 Milliarden Euro belastet. ### Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung gestiegen Ulrike Elsner vom vdek erklärte, dass die Beitragssatzerhöhungen in der GKV zu Beginn des Jahres alle wachgerüttelt hätten. Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz liege mittlerweile bei 3,13 Prozent und sei damit doppelt so hoch wie vor drei Jahren. Ohne tiefgreifende Reformen werde für 2027 erneut eine Finanzierungslücke von mehr als zehn Milliarden Euro erwartet. Elsner stellte zehn Kernforderungen vor, darunter die Deckelung des Pflegebudgets im Krankenhausbereich und die Senkung der Mehrwertsteuer auf Arzneimittel. ### Hoher finanzieller Druck in der Pflegeversicherung Auch in der SPV sei der finanzielle Druck extrem hoch, sagte Uwe Klemens, ehrenamtlicher Verbandsvorsitzender des vdek. Um den Beitragssatz 2026 stabil zu halten, seien erneut Kredite eingesetzt worden. Für 2027 sei jedoch eine erneute Finanzierungslücke von 0,3 Beitragssatzpunkten zu erwarten. Klemens forderte die Politik auf, die gewährten Darlehen des Staates mit den bestehenden Schulden des Bundes gegenüber der SPV zu verrechnen. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück