# Einigung auf mehr Geld und weniger Bürokratie für Hebammen Datum: 17.03.2026 17:47 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/einigung-auf-mehr-geld-und-weniger-buerokratie-fuer-hebammen-692520/ --- Hebammen erhalten höhere Zuschläge und weniger Bürokratie ab April. Nach monatelangen Verhandlungen haben sich Hebammenverbände und der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen auf zentrale Verbesserungen für Hebammen geeinigt. Die Einigung sieht vor, dass Hebammen bei Geburten in Krankenhäusern künftig bestimmte Zuschläge für die Eins-zu-eins-Betreuung von Gebärenden auch dann erhalten, wenn die Frauen erst kurz vor der Geburt erscheinen. Zudem entfällt die bisherige Pflicht, sich für die Abrechnung telefonischer Beratungen eine Unterschrift besorgen zu müssen, wie der Deutsche Hebammenverband und der Kassenverband mitteilten. Diese Änderungen sollen bereits zum 1. April in Kraft treten. ## Hebammen-Vergütung wird flexibler und bürokratischer Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) begrüßte die Einigung als eine gute Nachricht, während der Deutsche Hebammenverband die Änderungen als notwendige, aber begrenzte Verbesserung bezeichnete. Sie seien nicht viel mehr als ein Trostpflaster, erklärte Präsidentin Annika Wanierke. Laut einer Mitteilung des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenkassen werden die Zuschläge flexibler und die Bürokratie sinkt. Künftig soll die Vergütung für die Eins-zu-eins-Betreuung auch dann gezahlt werden, wenn eine Geburt sehr schnell verläuft oder ein Wechsel der betreuenden Hebamme während einer Schicht erfolgt. Zudem können Beleghebammen befristet bis Ende 2027 bestimmte ambulante Leistungen direkt mit den Krankenkassen abrechnen. ### Hebammenverband kritisiert finanzielle Einbußen trotz Reform Auch die Dokumentation wird vereinfacht, etwa durch den Wegfall einzelner Nachweispflichten bei telefonischen Beratungen. Der Deutsche Hebammenverband beklagt dennoch finanzielle Einbußen und spricht von einem Trostpflaster. Im Zuge der Einigung sagte der Hebammenverband zu, seine Klage gegen einen zuvor gefallenen Schiedsspruch zurückzunehmen. Die Geburtshilfe steht seit Jahren unter Druck. Verbände warnen vor Versorgungslücken, insbesondere in ländlichen Regionen, sollten sich die Arbeitsbedingungen für Hebammen nicht nachhaltig verbessern. ### Geburtsstationen halbiert seit 1991 in Deutschland Die nächste Möglichkeit für einen aktualisierten Hebammenhilfevertrag nach weiteren Verhandlungen könnte es zum Jahreswechsel 2028 geben. Laut Statistischem Bundesamt hat sich die Zahl der Krankenhäuser mit Entbindungsstationen seit der Wiedervereinigung halbiert. Gab es 1991 noch 1.186 Krankenhäuser mit Geburtshilfestationen, waren es 2024 nur noch 578. Das ist ein Rückgang um 51,3 Prozent. Zugleich war die Zahl der Geburten 2024 um 18,4 Prozent niedriger als 1991. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück