# Edenhofer skeptisch zu Klimagipfel in Antalya Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-11-01T08:02:05+01:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-11-01T08:02:09+01:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/edenhofer-skeptisch-zu-klimagipfel-in-antalya-773015/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Der Klimaökonom Ottmar Edenhofer rechnet bei der anstehenden Weltklimakonferenz in der Türkei nicht mit großen Fortschritten. Im Deutschlandfunk forderte er realistischere Ansätze wie gezielte Kooperationen zwischen Staaten mit ähnlichen Interessen. Verbindliche Ziele seien unwahrscheinlich, warnte er. ## Realismus statt großer Durchbrüche Ottmar Edenhofer, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, geht mit gedämpften Erwartungen in die Weltklimakonferenz, die Anfang November im türkischen Antalya beginnen soll. "Da muss man einen gewissen Realismus an den Tag legen", erklärte er im Gespräch mit dem Deutschlandfunk. Die Konferenzen seien nicht der Ort, an dem große Umsetzungspläne beschlossen würden, da sich die Mehrheit der Staaten kaum auf verbindliche Maßnahmen einigen werde. "Und die Vorstellung, dass dort in Antalya oder wo immer diese Weltklimakonferenzen stattfinden, dass sich dort die Mehrheit der Staaten dann auf Umsetzungspläne einigt, das glaube ich, wird nicht funktionieren." Stattdessen müsse man sich fragen, wie ein sinnvoller Beitrag zur Umsetzung der Klimaziele aussehen könne. ### Minilateralismus als Alternative Edenhofer plädiert für einen pragmatischeren Ansatz: "so eine Art Minilateralismus", bei dem Staaten mit ähnlichen Interessen gemeinsam nach Lösungen suchen. "gangbare Wege zu eruieren", betonte er. "Und zwar zwischen Staaten, die die gleichen Interessen haben und die eben dann auch in der Lage sind, diese Interessen dann gemeinsam umzusetzen." Solche Abkommen müssten im Eigeninteresse der beteiligten Länder liegen, um erfolgreich zu sein. "Und da glaube ich, da könnten wir einen richtigen Schritt gehen." ### Elektrifizierung und Kooperation mit China Auf der Konferenz in Antalya soll ein Elektrifizierungsziel vereinbart werden. "Warum? Weil natürlich Elektrifizierung ein wichtiger Schritt ist zur Dekarbonisierung, weil wir dann wichtige Bereiche elektrifizieren müssen", so Edenhofer. Allerdings bestehe die Gefahr, dass solche Ziele unverbindlich blieben und ohne ausreichende Finanzierung wirkungslos seien. "Aber wie immer bei solchen Zielvorgaben droht die Gefahr, dass die völlig unverbindlich sind und dass sie am Ende des Tages nur auf dem Papier stehen und dass es auch dann keine vernünftige Finanzierung gibt." Als Beispiel für eine sinnvolle Zusammenarbeit nannte er die Europäische Union und China. Beide Wirtschaftsräume seien die größten Nettoimporteure von Öl und Gas. "Die Europäische Union und China sind die größten Nettoimporteure von Öl und Gas. Und wenn die beiden Wirtschaftsräume ihre Öl- und Gasimporte reduzieren, dann hat das auch Wirkungen auf den Weltmarktpreis. Der wird nämlich dann dadurch billiger. Und das verbunden mit einem Elektrifizierungsziel, das würde jede Menge Sinn machen." --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück