# Dürer und Nussbaum sollen Osnabrücks Museen vor Schließung noch einmal groß herausbringen Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-09-28T05:00:40+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-09-25T13:44:38+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/duerer-und-nussbaum-sollen-osnabruecks-museen-vor-schliessung-noch-einmal-gross-herausbringen-760076/ Kategorie: Aktuell --- Zwei Jubiläen werden zum kulturellen Endspurt: Das Museumsquartier Osnabrück plant für 2028 und 2029 große Ausstellungen zu Albrecht Dürer und Felix Nussbaum. Anlass ist auch die bevorstehende [Sanierung von Felix-Nussbaum-Haus und Kulturgeschichtlichem Museum](https://hasepost.de/felix-nussbaum-haus-und-kulturgeschichtliches-museum-kulturausschuss-gibt-gruenes-licht-fuer-sanierung-727243/). ## Dürer-Sammlung soll international glänzen Noch einmal große Kunst, bevor die Türen für längere Zeit geschlossen werden: Das Museumsquartier Osnabrück (MQ4) will die Jahre 2028 und 2029 für zwei besondere Ausstellungen nutzen. Im Mittelpunkt stehen die Künstler Albrecht Dürer und Felix Nussbaum. Die Pläne wurden jetzt im Kulturausschuss beschlossen. Hintergrund ist die anstehende Sanierung des Felix-Nussbaum-Hauses und des Kulturgeschichtlichen Museums. Nach derzeitiger Planung werden die beiden Häuser vermutlich länger als ein Jahr geschlossen bleiben. Auch während dieser Zeit soll der Museumsbetrieb allerdings weitergehen – mit Ausstellungen und Vermittlungsangeboten an anderen Orten und im Stadtraum. Den Auftakt macht 2028 Albrecht Dürer. 500 Jahre nach seinem Tod soll die Osnabrücker Dürer-Sammlung der Konrad-Liebmann-Stiftung im Mittelpunkt einer großen Ausstellung stehen. Ergänzt werden die Bestände durch hochwertige internationale Leihgaben. Ziel ist eine Ausstellung, die auch überregional Aufmerksamkeit erregt. Ein Vorbild gibt es bereits: 2003 lockte die Dürer-Ausstellung „Das große Glück“ rund 30.000 Besucherinnen und Besucher nach Osnabrück. Das damalige Projektteam soll auch bei der neuen Ausstellung eine zentrale Rolle übernehmen. Mit Dr. Thomas Schauerte und Prof. Dr. Birgit Münch konnten dafür zwei ausgewiesene Dürer-Experten gewonnen werden. Schauerte war Direktor des Dürer-Hauses in Nürnberg und leitet heute die Museen in Aschaffenburg. Zudem gehört er dem Kuratorium der Liebmann-Stiftung an. Münch ist Professorin für Kunst der Frühen Neuzeit und Prorektorin für Internationales an der Universität Bonn. Sie ist außerdem Vorsitzende des Beirats des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg. ### „Der späte Dürer“ als Arbeitstitel Inhaltlich soll sich die Ausstellung auf Dürers letzte Lebensjahre ab 1514/15 konzentrieren. Unter dem Arbeitstitel „Der späte Dürer“ geht es insbesondere um jene Phase, in der der Künstler seinen Schwerpunkt auf Druckgrafik und Zeichnung verlagerte. Berühmte Werke wie „Melencolia“ entstanden in dieser Zeit. Damit passt das Konzept zur Osnabrücker Sammlung: Einen Schwerpunkt der Dürer-Sammlung von Konrad Liebmann bildet die Druckgrafik. Gleichzeitig soll die Ausstellung Teil des Osnabrücker Kulturextras „Licht und Schatten“ werden. Dürers oft geheimnisvolle und existenzielle Bildwelten bieten dafür zahlreiche Anknüpfungspunkte. Geplant ist außerdem ein umfangreiches Vermittlungsprogramm. Unter anderem sollen Schülerinnen und Schüler über ein gesamtes Schuljahr hinweg mit Themen der Ausstellung beschäftigen. Bestehende Kontakte zu Schulen in Osnabrück und im Landkreis sollen dafür genutzt werden. Auch Familien will man gezielt ansprechen. Für die Ausstellung werden zudem Kooperationen mit anderen Museen und Forschungseinrichtungen geprüft. Dazu gehören unter anderem das Germanische Nationalmuseum Nürnberg, das Herzog Anton Ulrich Museum und die Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel sowie das Museum Otto Schäfer in Schweinfurt. Auch mit Osnabrücks Partnerstadt Gmünd könnte erneut zusammengearbeitet werden. Dort war 2015 bereits eine Ausstellung mit Werken aus der Osnabrücker Dürer-Sammlung zu sehen. ### Nussbaum-Sammlung soll umfassend gezeigt werden Ein Jahr später steht [Felix Nussbaum](https://hasepost.de/wie-bei-einer-szenischen-fuehrung-im-felix-nussbaum-haus-osnabrueck-geschichte-lebendig-wird-757227/) im Mittelpunkt. 2029 wäre der in Osnabrück geborene Künstler 125 Jahre alt geworden. Vor der Sanierung und längeren Schließung des nach ihm benannten Museums soll die international bedeutende Nussbaum-Sammlung möglichst umfassend präsentiert werden. Dazu sollen auch Werke aus dem Depot kommen, die teilweise seit Jahren nicht mehr öffentlich zu sehen waren. Ziel ist eine zusammenhängende Ausstellung, die Nussbaum nicht nur als Künstler, sondern auch als Menschen und seine Lebensgeschichte in den Blick nimmt. Für das Ausstellungserlebnis sollen die Räume gemeinsam mit einer Gestaltungsagentur neu konzipiert werden. Auch bei Nussbaum spielt die Vermittlung eine wichtige Rolle. Angebote für Kinder und Jugendliche sollen seine Kunst und die dahinterstehenden Themen verständlich und zugänglich machen. Eine enge Zusammenarbeit mit Schulen ist vorgesehen. Parallel zur Ausstellung soll ein neues Nachschlagewerk über Nussbaums Leben und Werk entstehen. Nach Angaben des Museums besteht hier derzeit eine Lücke. Das frühere Buch „Felix Nussbaum – Verfemte Kunst Exilkunst Widerstandskunst“ ist vergriffen. Eine neue Publikation soll deshalb anhand ausgewählter Werke systematisch in Nussbaums Kunst und Biografie einführen. ### Zwei große Ausstellungen vor einer langen Pause Für das Museumsquartier sind die beiden Jubiläen damit mehr als reine Gedenktage. Dürer und Nussbaum sollen die Sammlungen des MQ4 noch einmal möglichst umfassend ins öffentliche Bewusstsein rücken, bevor die Sanierungsarbeiten eine längere Schließzeit notwendig machen. Gleichzeitig setzt Osnabrück auf überregionale Aufmerksamkeit. Internationale Leihgaben, wissenschaftliche Kooperationen und umfangreiche Vermittlungsangebote sollen dazu beitragen, das Museumsquartier auch über die Stadtgrenzen hinaus als bedeutenden Kulturstandort zu positionieren. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück