# Drogenkonsum in Deutschland: Cannabis dominiert, Alkohol bleibt Risiko Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-11-05T17:46:44+01:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-11-05T17:46:44+01:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/drogenkonsum-in-deutschland-cannabis-dominiert-alkohol-bleibt-risiko-774802/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Jugendliche und junge Erwachsene betroffen – Suchtberater warnen vor Trends und Mischkonsum. In Neustrelitz zeigt sich ein besorgniserregender Trend: Immer mehr Jugendliche und junge Erwachsene suchen wegen Drogenproblemen Hilfe. Wie der Nordkurier berichtet, behandelte die Evangelische Suchtkrankenhilfe M-V im Jahr 2025 insgesamt 206 Klienten. Besonders auffällig ist der Anstieg des Cannabiskonsums, der bei den 14- bis 17-Jährigen mit sieben von zehn Fällen den größten Anteil ausmacht. Doch auch Alkohol bleibt ein zentrales Problem, wie Suchtberater Andreas Dencker betont: „Es ist ein Graus, was wir uns gesamtgesellschaftlich damit antun.“ Alkohol sei die am häufigsten konsumierte psychoaktive Substanz und gleichzeitig die gefährlichste Droge. Sätze wie „Wenn ich auf die Straße gehe, sind alle drauf“ oder „Neustrelitz ist Amphetamin verseucht“ verdeutlichen die Wahrnehmung der Betroffenen. ## Amphetamine und Ecstasy dominieren in Mecklenburg Eine Studie der Technischen Universität Dresden bestätigt, dass Amphetamine in Neustrelitz und Neubrandenburg die vordringlichste illegale Droge sind. Beide Städte verzeichnen zudem hohe Werte bei Kokain und MDMA, dem Hauptwirkstoff von Ecstasy. Besonders alarmierend ist der Fall der 13-jährigen Finja aus Altentreptow, die 2023 nach dem Konsum einer Blue Punisher-Pille starb. Ihre Eltern gingen mit ihrer Trauer an die Öffentlichkeit, um auf die Gefahren synthetischer Drogen aufmerksam zu machen. ### Vapekonsum bei Grundschülern alarmierend gestiegen Nicht nur illegale Substanzen bereiten Sorgen: Tabak- und Vapekonsum haben in Neustrelitz stark zugenommen, selbst unter Fünftklässlern. Dencker warnt vor den Folgen und betont die Notwendigkeit früher Prävention. 79 Kinder und Jugendliche leben in Haushalten von Klienten und sind von der Sucht ihrer Eltern mitbetroffen. „Verbessert man die Lebenssituation der Eltern, dann verbessert sich auch die Situation für die Kinder“, erklärt der Suchtberater. ### Suchtberatung spart Millionen an Folgekosten Die gesamtwirtschaftlichen Folgen von Sucht sind enorm. Eine Studie aus dem Jahr 2022 zeigt, dass jeder Euro, der in die Suchtberatung investiert wird, bis zu 17 Euro an Folgekosten spart. Dencker unterstreicht: „Keine Suchtberatung können wir uns gesamtwirtschaftlich nicht leisten.“ Neben der professionellen Beratung spielen auch Selbsthilfegruppen eine wichtige Rolle, die vor allem von Suchtkranken ab 35 Jahren genutzt werden. ### Kokain tötet in Großbritannien mehr als Heroin Während in Deutschland Cannabis und Amphetamine im Fokus stehen, zeigt sich in Großbritannien ein anderer Trend. Wie nordisch.info unter Berufung auf das Office for National Statistics berichtet, ist Kokain dort erstmals die Hauptursache für drogenbedingte Todesfälle und hat Heroin von der Spitze verdrängt. Im vergangenen Jahr starben 1.233 Menschen direkt durch Kokainkonsum. Besonders betroffen sind Menschen ab 40 Jahren, auf die 64 Prozent der Todesfälle entfallen. Experten warnen vor einem fatalen Zusammenspiel aus hoher Wirkstoffstärke und niedrigen Preisen. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück