# DNA-Rätsel um Buckelwal Timmy: Ist er doch nicht tot? Datum: 22.07.2026 23:16 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/dna-raetsel-um-buckelwal-timmy-ist-er-doch-nicht-tot-734998/ --- DNA-Analyse wirft neue Fragen auf: Handelt es sich um Timmy oder ein anderes Tier? Ein toter Buckelwal, der Mitte Mai vor der dänischen Insel Anholt angespült wurde, gibt weiterhin Rätsel auf. Zunächst galt das Tier als der zuvor in der Ostsee gestrandete Wal, der unter den Namen Timmy oder Hope bekannt wurde. Doch eine DNA-Analyse, die von einem Labor in China durchgeführt wurde, wirft nun Zweifel auf. Wie die Bild-Zeitung berichtet, stimmen die Gewebeproben des toten Wals nicht mit denen überein, die zuvor von Timmy entnommen wurden. Die Tierärztin Kirsten Tönnies bestätigte dies auf einer Pressekonferenz in Hamburg, ohne jedoch eine abschließende Klärung liefern zu können. Die Analyse deute darauf hin, dass es sich um verschiedene Tiere handeln könnte, so Tönnies. Gleichzeitig betonte sie, dass sie nicht ausschließen könne, dass Timmy noch lebt, halte dies aber für unwahrscheinlich. ## Tracker und Verletzungen deuten auf Timmy hin Mehrere Indizien sprechen jedoch dafür, dass es sich bei dem toten Wal um Timmy handelt. So wurde bei dem Kadaver ein Tracker gefunden, der dem Wal vor Poel eingesetzt worden war. Auch die Positionsdaten des Geräts deuteten auf Anholt als Fundort hin, wie das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern bestätigte. Zudem wies das tote Tier Verletzungen auf, die bereits bei Timmy dokumentiert worden waren. Der Wal-Forscher Fabian Ritter verwies zudem auf die individuelle Form der Schwanzflosse, die eine Identifizierung des Tieres ermöglicht. Für Verwirrung sorgte allerdings, dass der auf Anholt gefundene Wal als Weibchen identifiziert wurde, während Timmy zuvor als männlich galt. ### DNA-Streit entzweit Rettungsinitiative intern Innerhalb der privaten Rettungsinitiative, die sich um Timmy gekümmert hatte, entfachte die DNA-Analyse einen Streit. Der Schriftsteller Sergio Bambaren warf der Tierärztin Tönnies vor, die Ergebnisse vorzeitig an die Medien weitergegeben zu haben. Tönnies wies diese Vorwürfe zurück und vermutete, dass die Finanzierin Karin Walter-Mommert für die Weitergabe verantwortlich sei. Walter-Mommert hatte sich zuvor von der Pressekonferenz distanziert. Das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern forderte unterdessen die Herausgabe aller Tracker- und Rohdaten, um die offenen Fragen wissenschaftlich klären zu können. ### Meeresbiologen kritisieren intransparente Pressekonferenz Kritik an der Pressekonferenz kam auch von Meeresbiologen wie Fabian Ritter, der den Auftritt als unprofessionell und intransparent bezeichnete. Ritter betonte, dass die Identität des Wals anhand der Schwanzflosse zweifelsfrei feststehe. Das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund und das Umweltministerium waren bei der Pressekonferenz nicht vertreten. ### Ungeklärt: Lebt Timmy noch oder ist er tot Die Diskussionen zeigen, wie komplex die Aufklärung des Falls ist. Während einige Experten die DNA-Analyse anzweifeln, da keine unabhängigen Zeugen bei der Probenentnahme anwesend waren, verweisen andere auf die übereinstimmenden physischen Merkmale. Bislang gibt es keine abschließende Klärung, ob Timmy tatsächlich tot ist oder ob der Wal noch irgendwo in der Nordsee lebt. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück