# DIW-Chef warnt: Brandmauer zur AfD nicht einreißen Datum: 23.07.2026 15:44 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/diw-chef-warnt-brandmauer-zur-afd-nicht-einreissen-735207/ --- Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, kritisiert den Vorstoß des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) für einen anderen Umgang mit der AfD. Ein Einreißen der sogenannten Brandmauer helfe aus seiner Sicht ausschließlich der AfD und verschaffe ihr zusätzliche Legitimität. Kretschmer hatte zuvor für Gespräche mit allen Parteien geworben und den bisherigen Kurs gegenüber der AfD infrage gestellt. ## Fratzscher warnt vor Aufweichung der Brandmauer Der DIW-Präsident Marcel Fratzscher sieht in einer Abkehr von der bisherigen Abgrenzung zur AfD keinen Vorteil für die demokratischen Parteien. Ein Einreißen der Brandmauer gegenüber der AfD helfe niemandem außer der AfD selbst, sagte Fratzscher dem „Handelsblatt“ (Freitagausgabe). Es verschaffe ihr in den Augen mancher zusätzliche Legitimität. Nach Einschätzung Fratzschers deuten zahlreiche wissenschaftliche Studien darauf hin, dass die Politik der AfD wirtschaftlich und sozial für Deutschland „höchst destruktiv“ sei und „großen Schaden“ anrichten würde. Es sei daher schwer zu erkennen, welchen Nutzen Gespräche demokratischer Parteien mit der AfD haben sollen, sagte der Ökonom dem „Handelsblatt“. ### Kretschmer plädiert für Gespräche mit allen Parteien Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hatte angesichts der politischen Mehrheitsverhältnisse im Osten Deutschlands für Gespräche mit allen Parteien geworben. Wer noch über Brandmauern rede, habe die Zeichen der Zeit nicht erkannt, sagte der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende dem „Handelsblatt“. Man müsse mit jedem reden, der reden wolle. ### Hinweis auf mögliche Folgen einer AfD-Politik Fratzscher verweist auf mögliche Folgen einer Umsetzung der AfD-Positionen. Eine funktionierende Demokratie erfordere Ehrlichkeit gegenüber den Bürgern, sagte er dem „Handelsblatt“. „Wir erleben ein zunehmend starkes AfD-Paradox“, so Fratzscher. Wähler der AfD sowie Regionen mit einem hohen AfD-Anteil würden unter einer AfD-Politik deutlich stärker leiden als andere. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück