# DIW-Chef Fratzscher fordert Reform der Erbschaftsteuer Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-08-27T01:42:07+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-08-27T01:42:11+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/diw-chef-fratzscher-fordert-reform-der-erbschaftsteuer-747822/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, sieht im Anstieg der Erbschaftsteuer ein Zeichen für wachsende Vermögensungleichheit. Er kritisiert die geringe Besteuerung von Erbschaften und Schenkungen im Vergleich zu Arbeitseinkommen. ## Steueraufkommen unterstreicht Vermögensungleichheit Der deutliche Anstieg der Steuereinnahmen aus Erbschaften und Schenkungen unterstreicht laut Fratzscher die großen und steigenden Vermögen der Babyboomer-Generation sowie die in Deutschland ungewöhnlich hohe Vermögensungleichheit. Dies sagte er der "Rheinischen Post". Für die aktuelle Debatte um die Rentenreform sei dies relevant, da immer mehr von Jung zu Alt umverteilt werde, anstatt die großen Vermögen und Einkommen der Babyboomer stärker heranzuziehen. ### Geringe Besteuerung als Widerspruch zum Leistungsprinzip Im vergangenen Jahr wurden knapp 500 Milliarden Euro verschenkt und vererbt, doch nur vier Prozent davon flossen als Steuern an den Staat. Dies unterstreiche, wie gering Vermögen und insbesondere Erbschaften in Deutschland besteuert würden, so Fratzscher. Es sei "schlichtweg nicht vermittelbar", dass Einkommen aus Arbeit mit bis zu 45 Prozent und der meiste Konsum mit 19 Prozent besteuert werden, Erbschaften und Schenkungen dagegen nur mit vier Prozent. ### Forderung nach Angleichung der Besteuerung Die geringe Besteuerung von Erbschaften und Schenkungen widerspreche fundamental dem Leistungsprinzip. Erbschaften und Schenkungen seien leistungslose Einkommen, die prinzipiell nicht geringer besteuert werden sollten als Einkommen aus Arbeit. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück