# Die Osnabrücker SPD hat Ärger mit ihren Wahlplakaten Datum: 20.07.2026 17:51 Kategorie: Aktuell URL: https://hasepost.de/die-osnabruecker-spd-hat-aerger-mit-ihren-wahlplakaten-734189/ --- „Normal“ wirbt eine Partei mit ihren eigenen Ideen und Konzepten um Wählerstimmen, die Osnabrücker SPD allerdings auch mit den Logos von Unternehmen – und die finden das überhaupt nicht toll. Vergangene Woche machte die Osnabrücker SPD etwas sehr Ungewöhnliches: Sie präsentierte ihre Wahlplakate für die Kommunal- und Oberbürgermeisterwahl am 13. September vorab der Presse. Doch warum eigentlich? Was inzwischen ohnehin an zahlreichen Laternenpfählen hängt, war für die Osnabrücker Lokalpresse offenbar kein Thema. Aber ein Anlass, sich die Motive einmal genauer anzuschauen. ## Unfreiwillige „Werbepartner“ der SPD wollen nicht für Parteien werben Bei der Durchsicht der Motive drängte sich in unserer Redaktion eine Frage auf: Wieso zeigt ein Plakatmotiv übergroß das Logo eines Textilkaufhauses in der Großen Straße? Und auf demselben Motiv ist gleich 5x – wenn auch etwas kleiner – der Name einer Buchhandelskette zu lesen. Die naheliegende Erklärung mag sein, dass diese Geschäfte mit ihren Logos nun einmal in der Großen Straße sehr prominent zu sehen sind. Das gilt allerdings auch für die Leuchtreklamen anderer Unternehmen, die ganz offensichtlich nicht gezeigt werden sollten und bei der Umwandlung des zugrunde liegenden Fotos in die Plakatgrafik entfernt wurden. Beide auf dem SPD-Werbemittel so prominent gezeigten Unternehmen, das ergaben Nachfragen der HASEPOST, kontaktierten inzwischen die Partei und machten deutlich, dass sie sich aus politischen Debatten lieber heraushalten möchten – unabhängig von der jeweiligen Partei, wenngleich sie das Ziel einer gestärkten Innenstadt grundsätzlich unterstützen. ### Alles nur ein Missverständnis bei der SPD-Mitteilung an die Presse? Mit den Recherchen unserer Redaktion konfrontiert, erklärte Robert Alferink, Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters, dass die Plakate so hätten nicht gezeigt werden sollen. Selbstverständlich hätte man die Logos „geblurrt“, also unscharf gemacht. Die in der Presseaussendung gezeigten Motive seien so gar nicht für die Veröffentlichung bestimmt gewesen. Doch kurz darauf tauchten die ersten Plakate im Stadtbild auf: Unkenntlich gemacht wurde lediglich das Logo des Textilhauses – und das auch nicht besonders erfolgreich –, die fünf Logos des auch im Onlinehandel stark aktiven Buchhändlers, der unfreiwillig für eine starke Innenstadt werben sollte, sind auf den aufgehängten Plakaten weiterhin scharf zu erkennen. ### Weiteres SPD-Plakat mit knapp einem halben Dutzend Markenlogos Doch das Innenstadt-Motiv war nicht das einzige, auf dem sich Unternehmen mit ihren markenrechtlich geschützten Logos wiederfinden, ohne dass sie im Vorfeld von der SPD kontaktiert wurden. Auf einem weiteren Plakatmotiv verspricht die SPD, die Osnabrücker Wirtschaft „zu stärken“. Verstärkt wird diese Aussage unter anderem ausgerechnet mit dem Logo des taumelnden VW-Konzerns, das zudem auf einem gemeinsamen Gebäude mit dem Logo eines Mercedes-Händlers zu sehen ist. Im Hintergrund ist außerdem eine (ki-generierte?) Ölraffinerie zu erkennen, die sich in Osnabrück wohl kaum finden lässt und entsprechend auch nicht gestärkt werden kann. Hinzu kommen knapp ein halbes Dutzend weiterer Logos, darunter auch das der IHK, dem Arbeitgeber von Robert Alferink. ### Autohändler will sein Logo nicht auf politischen Plakaten sehen Der neben dem VW-Logo gezeigte Autohändler, der seinen Hauptsitz nicht in Osnabrück, sondern in Münster hat, zeigt sich ebenfalls auf Nachfrage nicht begeistert über den Umgang mit seinem Firmenlogo und dem Unternehmensslogan „Leidenschaft für Bewegung“. Von dort heißt es auf Nachfrage unserer Redaktion: „Wir haben hierfür keine Freigabe erteilt und sind mit der Nutzung unseres Logos im Rahmen einer politischen Kampagne nicht einverstanden.“ ### Alferink verspricht ein schnelles Abhängen der Logo-Plakate Und auch hierzu heißt es von Oberbürgermeisterkandidat Robert Alferink: „Ein Versehen, das Plakat hätte so nicht herausgehen sollen.“ Alferink erklärte abschließend, dass die Plakate schnellstmöglich wieder abgehängt und durch neutrale Motive ersetzt werden sollen. Insgesamt soll es sich jeweils nur um 40 Plakate pro Motiv handeln. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück