# Die IG Metall fordert Zusagen für Neckarsulm Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-10-27T15:47:35+01:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-27T15:47:35+01:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/die-ig-metall-fordert-zusagen-fuer-neckarsulm-771405/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Umfrage: 57 Prozent halten Döllners Wahlkampf-Auftritt für unangemessen Der Auftritt von Audi-Chef Gernot Döllner an der Seite von US-Präsident Donald Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung in Georgia stößt in Deutschland auf breite Kritik. Eine repräsentative YouGov-Umfrage im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa zeigt, dass 57 Prozent der Befragten den Auftritt als „überhaupt nicht“ oder „eher nicht angemessen“ bewerten. Nur 18 Prozent halten ihn für angemessen, während 25 Prozent keine Meinung äußern oder sich nicht äußern wollen. Die Umfrage wurde am 26. Oktober unter 2.725 Erwachsenen durchgeführt, wie boerse.de berichtet. ## Audi plant Milliarden-Investition in Georgia Döllner hatte auf der Bühne gemeinsam mit Trump den Bau eines Audi-Werks in Georgia angekündigt, das rund 4,2 Milliarden Dollar kosten und etwa 4.500 Arbeitsplätze schaffen soll. Die Ankündigung erfolgte kurz vor den US-Zwischenwahlen am 3. November. Audi selbst betont, die Einladung sei im Rahmen von Gesprächen zum Werk entstanden und man habe sie aus Respekt vor dem Amt des US-Präsidenten angenommen. Eine Audi-Sprecherin unterstrich gegenüber der Tagesschau, dass parteipolitische Neutralität für das Unternehmen ein wichtiger Grundsatz sei. Dennoch werde der Rahmen der Ankündigung als politisches Signal wahrgenommen, was man ernst nehme. ### Energiepreise und Wirtschaft geraten unter Druck Kritik kommt von verschiedenen Seiten: Die IG Metall fordert Zusagen für das von der Schließung bedrohte Audi-Werk in Neckarsulm. IG-Metall-Chefin Christiane Benner kritisierte im ZDF-„Morgenmagazin“, dass in den USA Investitionen verkündet würden, während in Deutschland Beschäftigte um ihre Arbeitsplätze bangten. Auch die VW-Betriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo wirft Döllner vor, gegen interne Richtlinien verstoßen zu haben, die öffentliche Termine mit zur Wahl stehenden Politikern drei Monate vor Wahlen verbieten. Cavallo bezeichnete den Auftritt als „Marionette in Trumps Propaganda-Show“, wie t-online.de berichtet. ### Politiker kritisieren Döllners Auftritt mit Trump Politiker äußerten sich ebenfalls kritisch. SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf nannte den Auftritt einen „Skandal“ und forderte Konsequenzen vom VW-Konzern. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) betonte, eine Wahlkampfveranstaltung sei „nicht der richtige Ort“ für eine solche Ankündigung. Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) zeigte sich gestört und forderte Perspektiven für den Standort Neckarsulm. Der CDU-Arbeitnehmerflügel kritisierte, Trump schade mit seiner Politik massiv der deutschen Industrie. ### Döllner verteidigt US-Werk als strategische Notwendigkeit Döllner verteidigte seinen Auftritt als im Interesse des Unternehmens. Er betonte, Audi sei in den USA derzeit nicht profitabel und ein Werk dort sei von „großer strategischer und wirtschaftlicher Bedeutung“. Die Entscheidung für das US-Werk sei kein Alleingang, sondern mit VW-Chef Oliver Blume abgestimmt, wie boerse.de unter Berufung auf die Wirtschaftswoche berichtet. Die finalen Entscheidungen zum Werk in Georgia stehen jedoch noch aus und müssen vom Aufsichtsrat der Volkswagen AG genehmigt werden. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück