# Diakonie warnt: Soziale Angebote vor drastischen Kürzungen Datum: 25.02.2026 11:42 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/diakonie-warnt-soziale-angebote-vor-drastischen-kuerzungen-685639/ --- Diakoniepräsident Rüdiger Schuch hat die Bundesregierung angesichts neuer Zahlen zur finanziellen Lage der Freien Wohlfahrtspflege scharf kritisiert. Er wirft der Regierung vor, bei der Finanzierung sozialer Angebote die Realität aus den Augen zu verlieren und warnt vor gravierenden Folgen für hilfebedürftige Menschen. Eine aktuelle Studie der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) zeigt, dass zahlreiche Einrichtungen mit Kürzungen oder der Einstellung von Angeboten rechnen. ## Studie sieht massive Einschnitte bei sozialen Angeboten Rüdiger Schuch, Präsident der Diakonie, reagierte auf die Ergebnisse einer Studie der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) mit deutlichen Worten. „Wer soziale Arbeit bestellt, muss sie auch fair bezahlen“, sagte Schuch dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Hintergrund ist eine Umfrage der BAGFW, nach der mehr als 80 Prozent der von AWO, Paritätischem, Diakonie und anderen Trägern betriebenen Einrichtungen mit der Kürzung oder Einstellung von sozialen Angeboten rechnen. Ein Fünftel der Einrichtungen musste demnach Leistungen wegen des finanziellen Drucks bereits einstellen. Schuch nannte die Zahlen der BAGFW-Umfrage alarmierend. Die betroffenen Einrichtungen seien nun gezwungen, den Rotstift dort anzusetzen, wo es am meisten wehtue: „Bei der Hilfe für Menschen.“ ### Warnung vor gesellschaftlichen Folgekosten Der Diakonie-Präsident warnte erneut vor den möglichen Auswirkungen der Sparpolitik. „Sparen am Sozialen ist mit die teuerste Form der Haushaltskonsolidierung, denn die gesellschaftlichen Folgekosten einer gespaltenen Gesellschaft sind unbezahlbar“, sagte Schuch dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Nach seiner Darstellung können die Träger Tarifsteigerungen und Inflation nicht allein durch Effizienzsteigerungen ausgleichen. „Wir können Tarifsteigerungen und Inflation nicht durch höhere Effizienz wegzaubern – am Ende zahlen die Bedürftigen den Preis durch Leistungsabbau“, so Schuch. ### Kritik an Bundesregierung und Hinweis auf Rolle der Wohlfahrtspflege Der Diakonie-Präsident warf der Regierung vor, den Bezug zur Realität verloren zu haben. „Mit rund 34.000 Angeboten und zehn Millionen Kontakten im Jahr wissen wir als Diakonie oft früher als jedes Ministerium, wo in Deutschland der Schuh drückt“, sagte Schuch dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Die ökonomischen Mechanismen in der Wohlfahrtspflege seien aus seiner Sicht nicht mit denen der Industrie vergleichbar. „Ökonomie in der Wohlfahrtspflege funktioniere zudem anders als in der Industrie: ‚Jeder Euro, den der Staat investiert, fließt nicht in Aktionärsrenditen, sondern direkt zu den Menschen mit Hilfebedarf und zahlt damit ein in den Zusammenhalt und die Demokratie'“, erklärte Schuch gegenüber dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück