# DHV-Präsident warnt vor Noteninflation und Abitur-Entwertung Datum: 22.04.2026 18:19 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/dhv-praesident-warnt-vor-noteninflation-und-abitur-entwertung-705788/ --- Der Präsident des Deutschen Hochschulverbands (DHV), Lambert T. Koch, kritisiert eine zunehmende „Noteninflation“ im deutschen Abitur und warnt vor Folgen für die Hochschulen. Trotz immer besserer Abschlussnoten stellten Universitäten bei Studienanfängern deutliche Defizite fest, wie Koch dem „Münchner Merkur“ von Ippen-Media sagte. ## DHV-Präsident warnt vor schwindender Aussagekraft des Abiturs Lambert T. Koch Die fast 34.000 im DHV organisierten Wissenschaftler beobachteten „seit geraumer Zeit mit Sorge“, dass das Abitur zwar formal die Studierfähigkeit bescheinige, in der Praxis jedoch immer seltener garantiere, so Koch weiter gegenüber dem „Münchner Merkur“ von Ippen-Media. Universitäten stünden trotz immer besserer Noten für Abiturienten vor Problemen. ### Defizite bei Vorkenntnissen und Ausdrucksvermögen „Natürlich gibt es nach wie vor hochmotivierte und leistungsstarke junge Menschen, die nach dem Abitur ein Studium aufnehmen und vom ersten Semester an brillieren“, meinte der DHV-Präsident in dem Gespräch mit dem „Münchner Merkur“ von Ippen-Media. „Hochschullehrende konstatieren jedoch zunehmend eklatante Mängel: Neben unzureichenden mathematischen Vorkenntnissen haben sich auch das Leseverständnis, die Lesebereitschaft und das allgemeine Ausdrucksvermögen insgesamt spürbar verschlechtert.“ Um diese Defizite auszugleichen, gebe es an den Hochschulen „fachspezifische Brückenkurse“, die fehlende Grundlagen vermitteln sollen, erläuterte Koch dem „Münchner Merkur“ von Ippen-Media. „Diese nachholende Stoffvermittlung stößt jedoch an strukturelle Grenzen, da den Universitäten die Kapazitäten fehlen, um dauerhaft Bildungsaufgaben der Schulen zu übernehmen.“ ### Abiturnoten steigen bundesweit Wie aus Daten der Kultusministerkonferenz hervorgeht, sind die Abiturnoten in den vergangenen Jahren deutlich besser geworden. Lag der gewichtete Abitur-Bundesdurchschnitt 2006 noch bei 2,5, liegt er heute bei 2,36. Koch sieht darin eine problematische Entwicklung. „Freigiebig vergebene Bestnoten wecken falsche Erwartungen, die im Studienalltag zwangsläufig zu Enttäuschungen führen“, sagte er dem „Münchner Merkur“ von Ippen-Media. Erforderlich sei daher „eine Rückbesinnung auf das Prinzip `Qualität vor Quantität`, damit das Abitur bundesweit wieder als verlässlicher Nachweis tatsächlicher Leistungsfähigkeit dient“. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück