# DGB fordert Rücknahme des Rentenalters Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-10-28T11:12:05+01:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-28T11:12:09+01:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/dgb-fordert-ruecknahme-des-rentenalters-771650/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) lehnt eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters ab. DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi begründete dies mit der aktuell langsamer steigenden Lebenserwartung. Stattdessen schlägt die Gewerkschaft eine stärkere Finanzierung der Rente durch hohe Einkommen und Vermögen vor. ## Forderung nach Rücknahme der Anhebung Yasmin Fahimi, Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), hat Forderungen nach einem späteren Renteneintrittsalter zurückgewiesen. Bei der Vorstellung der Empfehlungen der DGB-Rentenkommission in Berlin erklärte sie, die Lebenserwartung steige derzeit nicht so stark wie das Renteneintrittsalter erhöht werde. Eine "sachgerechte Abbildung der Lebenserwartung im Rentensystem" sei daher nicht möglich. Aus ihrer Sicht sei es eher angebracht, das Renteneintrittsalter wieder zu reduzieren. Die Finanzierung der Rente müsse "solide gestaltet" werden, ohne die Herausforderungen durch Leistungskürzungen zu bewältigen. ### Kritik an kapitalgedeckter Rente Fahimi übte Kritik am Modell der kapitalgedeckten Rente, das von der Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersvorsorge vorgeschlagen wurde. Dieses biete keinen zusätzlichen Schutz für Erwerbsminderung oder Hinterbliebene, und die Zinserwartungen seien "sehr ambitioniert". Die DGB-Vorsitzende warnte, das Modell könne zu einer stärkeren Privatisierung der Altersvorsorge führen und das Rentenniveau senken. Laut DGB-Rentenkommission müsse das Rentenalter "gesund erreicht werden". Eine Netto-Versorgung von 70 Prozent des Durchschnittsverdiensts sollte angestrebt werden. ### Finanzierung und Reformvorschläge Zur Finanzierung einer nachhaltigen Altersversorgung schlägt die Kommission vor, hohe Einkommen, große Vermögen und Kapitalerträge stärker zu belasten. Ein Demografiezuschuss des Bundes aus Steuermitteln solle die demografischen Folgekosten abfedern. Eine Finanzierung über Kürzungen bei Sozialleistungen oder höhere Verbrauchssteuern lehnt die Kommission ab. Zudem fordert der DGB eine Pflicht für alle Arbeitgeber, ihren Beschäftigten eine betriebliche Altersvorsorge auf tariflicher Basis anzubieten. Statt einer Anhebung des Rentenalters empfiehlt die Kommission Brückenlösungen wie die Öffnung der Altersrente für Schwerbehinderte ab 62 Jahren und eine abschlagsfreie Teilrente für gesundheitlich eingeschränkte Beschäftigte. Weitere Vorschläge umfassen die "Stärkung der Solidarität durch einen Grundrentenzuschlag ohne Einkommensanrechnung". --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück