# Deutschland stabilisiert Stromnetz zunehmend mit französischem Atomstrom Datum: 21.03.2026 01:09 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/deutschland-stabilisiert-stromnetz-zunehmend-mit-franzoesischem-atomstrom-694097/ --- Die deutschen Übertragungsnetzbetreiber nutzen zunehmend Strom aus französischen Atomkraftwerken, um Schwankungen bei Wind- und Solarenergie auszugleichen und das Stromnetz zu stabilisieren. Nach Angaben der Bundesnetzagentur stieg das Volumen der Redispatch-Maßnahmen mit ausländischen Kernkraftwerken im Zeitraum Januar bis September 2025 gegenüber dem Vorjahr deutlich an. Die dafür anfallenden Kosten werden über die Netzentgelte an die Verbraucher in Deutschland weitergegeben. ## Zunehmender Einsatz von Atomstrom im Redispatch Die Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland greifen verstärkt auf Atomkraftwerke im Ausland zurück, um temporäre Überlastungen im deutschen Stromnetz zu verhindern. Die Atomstrom-Mengen aus dem Nachbarland werden im sogenannten Crossborder-Redispatch eingekauft. Dabei handelt es sich um entschädigungspflichtige Eingriffe der Netzbetreiber in den Kraftwerksbetrieb, die allein aus Gründen der Systemsicherheit notwendig werden. Die Kosten dieser Maßnahmen werden über die Netzentgelte auf die Endverbraucher in Deutschland umgelegt. Bundesnetzagentur bestätigte entsprechende Informationen der „Welt am Sonntag“. „Auf Grundlage der von den Netzbetreibern an die Bundesnetzagentur übermittelten Daten belief sich das Volumen der Redispatch-Maßnahmen mit ausländischen Kernkraftwerken im Zeitraum von Januar bis September 2025 auf rund 77 Gigawattstunden“, führte die Bundesnetzagentur aus. „Im entsprechenden Vorjahreszeitraum lag das Volumen bei etwa 69 GWh, was einem Anstieg von rund 11,6 Prozent entspricht.“ ### Negativer und positiver Redispatch Den Daten zufolge wird die Leistung ausländischer Kernkraftwerke zeitweise gesenkt, um eine Überlastung der deutschen Leitungen bei Wind- und Solarstrom-Überschüssen zu vermeiden (negativer Redispatch). Allerdings erhöhen ausländische AKW-Betreiber auf Bitten deutscher Netzbetreiber zuweilen auch ihre Produktion, um Probleme durch ungeplant niedrige Wind- und Solarstrom-Einspeisung zu kompensieren (positiver Redispatch). Daten des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesystem (ISE) belegen, dass deutsche Netzbetreiber sowohl für negativen als auch positiven Redispatch auf Kernkraftwerke im Ausland zurückgreifen. ### Deutschland als Netto-Importeur von Strom Deutschland ist seit der Stilllegung seiner letzten Kernkraftwerke im Jahr 2023 zum Netto-Importeur von Elektrizität geworden. Nach Daten der Bundesnetzagentur bezog die Bundesrepublik im vergangenen Jahr mehr als 60.000 Gigawattstunden Strom aus dem Ausland. Mit 14.331 Gigawattstunden hatte Kernenergie dabei den größten Anteil. Frankreich war mit rund 9.500 Gigawattstunden der mit Abstand größte Atomstrom-Lieferant für Deutschland, gefolgt von Belgien, Niederlande, Schweiz, Tschechien und Schweden. Laut Bericht der „Welt am Sonntag“ waren es auch vor allem französische Kernkraftwerke, die im Redispatch zur Stabilisierung des Stromnetzes eingesetzt wurden. Welcher der vier Netzbetreiber Amprion, Tennet, 50 Hertz und TransnetBW die ausländischen Nuklear-Kapazitäten nutzte, ließ sich nicht zweifelsfrei zuordnen: „Bei den Anforderungen handelt es sich um eine gemeinsame Optimierung der vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber“, teilte die Bundesnetzagentur mit. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück