# Deutschland droht neuer Negativrekord beim Wohnungsbau 2024 Datum: 01.06.2026 15:59 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/deutschland-droht-neuer-negativrekord-beim-wohnungsbau-2024-718124/ --- Deutschland droht nach Angaben des Spitzenverbands der deutschen Wohnungswirtschaft in diesem Jahr ein weiterer Minusrekord am Bau. GdW-Präsident Axel Gedaschko warnt vor einer „historischen Wohnraumkrise“ und sieht die Bundesregierung mit in der Verantwortung für steigende Kosten und ausufernde Bürokratie. Nach einem bereits sehr niedrigen Niveau bei der Fertigstellung von Wohnungen im vergangenen Jahr könnten die Zahlen 2024 weiter sinken. ## „Historische Wohnraumkrise“ und drohender neuer Negativrekord „Deutschland erlebt eine historische Wohnraumkrise“, sagte Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbands der deutschen Wohnungswirtschaft GdW, dem Nachrichtenmagazin „Focus“. Irankrieg, steigende Baukosten, Inflation und Zinsen, aber auch Koalitionsstreitigkeiten drohten, den „Aufschwung abzuwürgen“, bevor er begonnen habe, so Gedaschko laut „Focus“. Im vergangenen Jahr wurden laut GdW-Zahlen noch 206.000 neue Wohnungen fertiggestellt – und das war nach Verbandsangaben bereits ein Rekordtief. Gedaschko fürchtet gegenüber „Focus“, dass man dieses Jahr „sogar unter die Marke von 200.000 rutschen könnte. Und das, obwohl im sozialen Wohnungsbau quasi alle neuen Zusatzkosten bislang `weggefördert` werden. Das kann nicht mehr lange gut gehen für den Steuerzahler.“ ### Kritik an Bürokratie und DIN-Normen Auch der Bundestregerung gibt der Verbandspräsident laut „Focus“ eine Mitverantwortung dafür, dass die Baukosten nicht sinken. „Wir bewegen uns in einem furchtbaren Bürokratie-Dschungel – nicht nur, weil bislang alle teuren DIN-Normen eingehalten werden müssen und immer neue, kostenträchtige erfunden werden“, sagte Gedaschko dem Nachrichtenmagazin. Dem müsse man nach seinen Worten einen neuen, bezahlbaren, rechtssicheren Basisstandard entgegensetzen, den man auch im Mietrecht gut gebrauchen könnte. Der neue Standard entspräche etwa dem Bauen des Jahres 2006. „Die beiden SPD-regierten Ministerien Bau und Justiz wollen leider etwas ganz anderes: eine jeweils individuell vertraglich völlig neu zu vereinbarende Regelung.“ Das werde noch teurer und sei „nicht die Deutschland-Geschwindigkeit, die wir dringend bräuchten“, sagte Gedaschko „Focus“. ### Günstiger bauen mit Gebäudetyp E? Fazit des Verbands-Präsidenten, dessen Mitgliedsunternehmen nach GdW-Angaben für rund sechs Millionen Wohnungen im Land stehen: „Wenn wir wenigstens den einfacheren Gebäudetyp E mit dem Basisstandard endlich hätten, könnten wir 15 Prozent günstiger bauen. Wir könnten dadurch mindestens zehn Prozent mehr Sozialwohnungen fürs gleiche Geld bauen. Will nur in Berlin irgendwie niemand hören.“ Für das laufende Jahr zeichnet Gedaschko im Gespräch mit „Focus“ ein düsteres Bild: „Für Mieter wird sich auch mittelfristig an den akuten Notlagen nichts ändern. Der Markt wird weiterhin von Mangelverwaltung dominiert. Bauherren müssen mit erneut steigenden Kosten rechnen. Es wird also schlicht noch weniger gebaut als eh schon.“ ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück