# Deutsche Unternehmen planen kräftige Preiserhöhungen durch höhere Energiekosten Datum: 29.04.2026 14:39 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/deutsche-unternehmen-planen-kraeftige-preiserhoehungen-durch-hoehere-energiekosten-707462/ --- Mehr Unternehmen in Deutschland planen in den kommenden Monaten deutliche Preiserhöhungen. Der vom Ifo-Institut erhobene Indikator für Preiserwartungen ist im April spürbar gestiegen und signalisiert insbesondere in Industrie und konsumnahen Dienstleistungen einen kräftigen Auftrieb. Auch die Inflationsrate könnte demnach wieder über die Marke von drei Prozent klettern. ## Ifo-Preiserwartungen auf höchstem Stand seit Anfang 2023 Der vom Ifo-Institut ermittelte Indikator für Preiserwartungen stieg von 25,5 Punkten im März auf 31,6 Punkte im April. Das ist der höchste Wert seit Januar 2023. „Der Iran-Krieg hinterlässt seine Spuren in der deutschen Wirtschaft. Die Unternehmen geben die gestiegenen Energiekosten nun zunehmend an ihre Kunden weiter“, sagte Timo Wollmershäuser, Ifo-Konjunkturchef, laut Ifo-Institut. In der Industrie kletterten die Preiserwartungen deutlich von 21,1 auf 34,2 Punkte, bei energieintensiven Unternehmen sogar von 30,6 auf 47,5 Punkte. Besonders ins Gewicht fällt die Chemieindustrie, deren Preiserwartungen von 31,8 auf 61,7 Punkte hochschnellten. Bei nicht-energieintensiven Unternehmen war die Veränderung mit einem Anstieg von 19,2 auf 19,8 Punkte vergleichsweise gering. ### Starker Preisdruck in konsumnahen Bereichen Einen deutlichen Hinweis auf einen weiteren Anstieg der Verbraucherpreise geben die Preiserwartungen in konsumnahen Bereichen wie Gastronomie oder Einzelhandel. Hier stieg der Indikator bei konsumnahen Dienstleistern von 27,9 auf 39,8 Punkte. „Insgesamt dürfte die Inflationsrate in den kommenden Monaten auf über drei Prozent klettern“, erwartet Wollmershäuser laut Ifo-Institut. Bei den unternehmensnahen Dienstleistern planen dagegen weniger Unternehmer mit höheren Preisen. In diesem Bereich stiegen die Preiserwartungen nur von 26,9 auf 32,5 Punkte. Dazu zählen zum Beispiel Architektur- und Ingenieurbüros, deren Wert von 11,2 auf 15,2 Punkte zulegte, oder Unternehmensberater, bei denen die Preiserwartungen sogar von 10,3 auf 6,3 Punkte sanken. ### So funktioniert der Ifo-Indikator Die Punkte bei den Ifo-Preiserwartungen geben an, wie viel Prozent der Unternehmen per saldo ihre Preise erhöhen wollen. Der Saldo ergibt sich, indem vom prozentualen Anteil der Unternehmen, die ihre Preise anheben wollen, der prozentuale Anteil derer abgezogen wird, die ihre Preise senken wollen. Wenn alle befragten Unternehmen beabsichtigten, ihre Preise zu erhöhen, läge der Saldo bei +100 Punkten. Würden alle ihre Preise senken wollen, läge er bei −100. Der Saldo wurde saisonbereinigt. Das Ifo-Institut fragt nicht nach der Höhe der geplanten Preisänderung. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück