# Designierter FDP-Chef Kubicki setzt auf Dialog mit AfD Datum: 22.05.2026 17:09 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/designierter-fdp-chef-kubicki-setzt-auf-dialog-mit-afd-715296/ --- Der designierte FDP-Chef Wolfgang Kubicki hat nach eigenen Angaben keine Berührungsängste mit der AfD und setzt auf Gespräche statt Ausgrenzung. Im ARD-„Interview der Woche“ kritisierte er zugleich den Umgang anderer Parteien mit der AfD sowie die öffentliche Wahrnehmung der FDP. Kubicki kündigte an, hart in der Sache bleiben zu wollen, sich selbst aber nicht als Zukunft der Partei zu sehen. ## Kubicki setzt auf Gespräch statt Ausgrenzung Der designierte FDP-Chef Wolfgang Kubicki betonte im Gespräch mit dem ARD-Hauptstadtstudio für das „Interview der Woche“, dass er keine Vorbehalte gegenüber Kontakten zur AfD habe. „Ja, ich rede auch mit AfD-Vertretern“, sagte Kubicki. Er setze auf Abgrenzung durch inhaltliche Auseinandersetzung statt auf völlige Abschottung und erklärte, er setze auf Ab- statt Ausgrenzung. In Berlin führt Kubicki nach eigenen Angaben während der Sitzungswochen als ehemaliger Bundestagsvizepräsident weiterhin Gespräche. Die politische Lage bewertet er als gedrückt. „Die Stimmung in Berlin sei bei allen schlecht. Weil alle mit großen Kinderaugen das Erstarken der AfD sehen und nicht mehr wissen, was man dagegen tun soll. Offensichtlich hat die Form der Ausgrenzung der AfD nicht geschadet, sondern ihr eher genützt“, sagte er dem ARD-Hauptstadtstudio. ### Nachwuchs in der Partei im Blick Kubicki, der sich in einer Woche auf dem Parteitag zum neuen Parteichef wählen lassen will und nach eigener Darstellung alle denkbaren Gegenkandidaten mittlerweile aus dem Weg geräumt hat, sieht sich selbst nicht als Zukunft der FDP. Er setzt auf eine Reihe jüngerer Parteipersönlichkeiten: Linda Teuteberg, Martin Hagen, Susanne Seehofer, Nicole Büttner und Jens Teutrine. „Das werden die Persönlichkeiten sein, denen ich auch regelmäßig mitteile: Ich mache auch Kontrollen. Ich gucke, wie häufig ihr irgendwo erschienen seid, wie häufig ihr eingeladen worden seid bei Verbänden, Organisationen“, sagte Kubicki im „Interview der Woche“. Die FDP müsse seiner Ansicht nach wieder stärker öffentlich wahrgenommen werden. „Wir haben uns angewöhnt, die Leute mit einem unglaublichen Politikersprech zu beglücken und das finden die mittlerweile eklig“, kritisierte er gegenüber dem ARD-Hauptstadtstudio. Persönliche Entgleisungen will er dabei allerdings vermeiden. Den Kanzler einen „Eierarsch“ zu nennen, wie er es vor einigen Wochen in einem Interview getan hatte, wolle er nicht wiederholen. Das habe er dem Kanzler nach eigenen Angaben persönlich versprochen. ### Kritik an Union und Rolle des Kanzlers Hart in der Sache will Kubicki gleichwohl bleiben. „Ich wundere mich über die Art und Weise, wie Friedrich Merz als Bundeskanzler auftritt“, sagte er im „Interview der Woche“. „Ich wundere mich über die Politik und ich wundere mich mittlerweile auch über die Union, weil ich mir nie habe vorstellen können, dass man die eigenen Leute noch feiert bei der Union, wenn man 22 Prozent hat oder halb so stark ist wie die AfD oder die AfD eine höhere Kompetenzzuweisung hat als die Union. Also, dass sich da nicht mehr Unmut breit macht, dass sich da nicht die Überlegung breit macht, wir müssen was ändern, um wieder stärker zu werden, das wundert mich.“ Von Bundeskanzler und Regierung erwartet Kubicki ein konsequenteres Vorgehen. Er ist überzeugt, dass der Kanzler stärker von seiner Richtlinienkompetenz Gebrauch machen sollte. Er solle klar sagen: „Wir machen das jetzt so.“ Daraus ergäben sich für die Sozialdemokraten nach Kubickis Darstellung nur zwei Optionen: „Dann haben die Sozialdemokraten folgende Möglichkeiten: Sie machen mit oder sie steigen aus der Regierung aus. Wenn sie aus der Regierung aussteigen, verlieren sie ihre Ministerposten und die letzte Möglichkeit, öffentlich wahrnehmbar zu kommunizieren. Und eine SPD, die bei 12 Prozent ist, kann nicht in einen Wahlkampf gehen.“ Offen ließ Kubicki im Gespräch mit dem ARD-Hauptstadtstudio seine eigene politische Zukunft. Auf die Frage, ob er in drei Jahren noch dabei sein werde, wollte er sich nicht festlegen. „Aber die Wahrscheinlichkeit, dass ich 2029 die FDP in den Bundestagswahlkampf führe, ist deutlich geringer als die Wahrscheinlichkeit, dass ich auf Mallorca bin“, sagte Kubicki im „Interview der Woche“. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück